Jung und motiviert machten wir, 14 Debattanten und 3 Juroren, uns am 19.1. auf den Weg an den Hohenheimer Hof, wo wir als einfache Leute ankamen und am Abend als Könige des Debattierens zurückkehrten. Doch alles der Reihe nach:
Für einige von uns war das Hohenheimer Einsteigerturnier das erste Turnier überhaupt und die Spannung war dementsprechend groß. Um uns etwas zu beruhigen und uns Mut zu machen, gaben wir unseren Teams (wie in Tübingen üblich) die Namen von griechischen Göttern. Das mag etwas übermütig gewesen sein, doch genauso groß wie unsere Namen waren unsere Erwartungen, schließlich stellten wir sieben der zwölf Teams. Das Ziel war klar: Mindestens drei Teams mussten ins Finale.
Doch bevor wir uns in die Debatten stürzen konnten, wurden wir schon am Bahnhof freundlich empfangen und zum Schloss geleitet, wo wir offiziell begrüßt wurden und uns fürs Mittagessen nach Belieben Pizza bestellen durften. Nach einer kurzen Regeleinführung wurden die Setzung und das Thema bekanntgegeben. Wir erfuhren, dass auch die Hohenheimer und Stuttgarter sich nach griechischen Göttern benannt hatten, es also gleich in eine Schlacht der Götter gehen würde. Jeder schnappte sich Zettel und Stift und machte sich auf die Suche nach seinem Raum. Währenddessen musste man sich darüber Gedanken machen, warum „dieses Haus die Freier und nicht die Prostituierten bestrafen würde“.
Bei der Verkündung des nächsten Themas sah man rundherum fragende Gesichter: „Dieses Haus würde keine Filme anschauen, die den Bechdel-Test nicht bestehen“. Um unsere Verwirrung zu beseitigen wurde der Bechdel-Test erklärt. Ein Film besteht den Bechdel-Test (den gibt es wirklich!) nur, wenn er folgende Kriterien erfüllt: 1) Es müssen mindestens zwei Frauen mit Namen vorkommen. 2) Diese Frauen müssen mindestens einmal miteinander reden. 3) In mindestens einem dieser Gespräche darf es nicht um einen Mann gehen.
Nach dieser Runde gab es dann die bestellte Pizza und man konnte sich seelisch und moralisch auf die letzte Vorrunde einstellen. Daneben kam natürlich auch das Gespräch mit den anderen Teilnehmern nicht zu kurz, bei dem man unter Anderem erfuhr, dass man aus dem Thema der zweiten Runde viel machen konnte. In jedem Raum gab es eine andere Schwerpunktsetzung. Hier wurde über Zensur, dort über Sexismus und im dritten Raum über Kunstfreiheit gesprochen.
In der letzten Vorrunde wurde es dann politisch als „dieses Haus eine Wahlpflicht für Europawahlen einführen würde“. Auch hier wurde mit allen Mitteln der Debattierkunst gekämpft, denn es ging um den Einzug ins Finale. Die Aussichten darauf waren für uns nicht schlecht, da wir mit 3 Teams im Top-Raum vertreten waren. Doch das Ergebnis der einzelnen Räume wurde wie immer nicht verraten, um die Spannung auf den Final-Break nicht zu zerstören.
Als dieser dann bekanntgegeben wurde, gab es Grund zu Freude. Nicht nur kamen alle vier Finalteams aus Tübingen (Nemesis: Helga und Lorenz, Hypnos: Alex und Hanjo, Charon: Sabine und Simon sowie Aiolos: Felix und Sammy), sondern belegten wir auch noch den fünften Platz (Boreas: David und Karim). Zudem führten fünf Tübinger das Einzelredner-Tab an (Alex, Sabine, Helga, David und Lorenz). Aber auch alle anderen durften sich freuen, wie es Organisator Jascha bei der Themenverkündung sagte: „Nachdem ich gehört habe, wie ‚froh‘ ihr über die ersten beiden Themen gewesen seid, könnt ihr euch jetzt freuen, nicht im Finale reden zu müssen, denn das Thema lautet: ‚Diese Haus würde eine Frauenquote für Professuren einführen.‘“
Den Sieg konnte sich auf der ersten Regierung das Team Nemesis (Helga und Lorenz) sichern. Helga wurde zudem beste Finalrednerin. Einen Glückwunsch nochmal von dieser Seite!
Ein weiterer Glückwunsch und vor allem ein großes Lob und Dankeschön geht an die Hohenheimer Veranstalter ihres ersten Turniers, das sie mit Bravour gemeistert haben! Wir hatten einen schönen Tag und ein tolles Turnier, dessen Ablauf sich auch nicht von einigen technischen Problemen hat stören lassen. Jetzt warten wir gespannt auf das nächste Turnier und würden uns freuen, wenn wir dort eines Tages die Möglichkeit hätten, unseren Titel zu verteidigen.

Die TeilnehmerInnen vom DC Stuttgart, DC Hohenheim und der Streitkultur:

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