Die 4. ZEIT-Debatte der Saison in Jena vom 19. bis 21.5. 2006 war ein Turnier voller Überraschungen. Während sich das Team Streitkultur I über einen verdienten, wenn auch überraschenden Halbfinaleinzug freute, durfte unser zweites Team, das in der Überzeugung als Mitfavorit anzutreten angereist war, schon nach in nach der Vorrunde im Zuschauerraum platznehmen.

Bereits um sechs Uhr Freitagabend sollte die erste Runde des 4. ZEIT-Turniers dieses Jahres in Jena anfangen. Team Streitkultur II um Markus Vergeest, Karen Rehberger und Volker Tjaden und ihre Jurorin Wiebke Schick waren schon zeitig losgefahren und pünktlich angekommen. Nach sechs Stunden Autofahrt mit diversen Staus und Irrwegen durch die ostdeutsche Pampa und die Jenenser Innenstadt kam dann Streitkultur I (Dominic Hildebrand, Pauline Leopold, Roman B. Kremer + Juror Michael Becker) als letztes Team des Turniers um viertel nach sechs an, um sofort in die Debatte zum Thema „Soll der Kündigungsschutz für unter 25-jährige abgeschafft werden?“ einzusteigen. Die Debatte lief gut. Anschließend wurde noch gemütlich im Hof gegrillt und lecker Freibier getrunken. Als wir unsere Dreibettzimmer in der modischen Plattenbau-Jugendherberge bezogen, war die Nacht schon fortgeschritten.

Nach einer erholsamen Nacht und einem gewohnt wohlschmeckenden Jugenherbergs-Frühstück ging es mit einer Spaßdebatte zum Thema „Soll das Flirten verboten werden?“ weiter. (Besonders Pauline, die einzige Frau der Debatte, konnte sich überzeugend als Contra-Rednerin in Szene setzen: „Ich bin immer froh, wenn mal jemand mit mir flirten will!“.)

Im Folgenden lief noch „Sollen Fußballvereine für die staatliche Sicherung ihrer Spiele vollständig selbst aufkommen?“, bevor es zur Verkündung der Teams kam, die es ins Viertelfinale geschafft hatten. Dann das Unfassbare: Streitkultur I war weiter, Streitkultur II nicht! Nomen est (wohl doch) omen!

Streitkultur II machte sich aber noch durchaus nützlich, weil das Wartburg-Format auch Zwischenfragen aus dem Publikum erlaubt. So zum Beispiel im Viertelfinale gegen Berlin B: Markus Vergeest kommt Pauline inhaltlich ein wenig zu Hilfe: „Finden Sie nicht auch, dass Religion und Werte –wie schon Kant feststellte – usw. lalalalalala(hält eine eigene kleine Rede gegen Berlin)……..?“ Pauline nur: „Äh, jaaaaa, genau!“

Bis ins Halbfinale stieß Streitkultur I vor, um dort beim Thema „Soll Deutschland diplomatische Beziehungen zur Hamas aufnehmen?“ eine Niederlage gegen den späteren Turniersieger Greifswald einstecken zu müssen.

Zu Abend wurde dann im Intershop Tower hoch über den Dächern von Jena gespeist, bevor das Gros der Debattanten zur Party in irgendeiner Disco aufbrach. Nachdem sich so also die Spreu vom Weizen getrennt hatte, entschlossen sich die zwei Tübinger und Mainzer Teams zum gemeinsamen Kampf um den Titel des „last team at the bar“ (damit wir nicht ganz ohne Titel nach Hause fahren müssten) und suchten sich eine gemütlich Kneipe mit guter Bierkarte. Roman traf hier noch zufällig eine alte Freundin aus belgischen Tagen wieder, die überraschenderweise auch das Wochenende mit ihren Cousinen in Jena verbrachte. Der Rest der Welt wunderte sich natürlich entsprechend, warum Roman denn auf einmal alleine mit drei hübschen jungen Damen in der Ecke saß…

Kurzum, die Zeit verging wie im Flug, bis um zwei Uhr die Kneipe schloss und Streitkultur II aufgab. SK I und die zwei Mainzer Teams (Simon Herman und Andreas Velten mit je zwei Neulingen + Gudrun Lux und eine weitere Dame als Jurorinnen) fanden noch eine gemütliche Shisha-Lounge, wo es Musik der 70er und 80er, viel Bier, bequeme Sofas und eben Shishas gab. Die ebenfalls vorhandene Tanzfläche wurde von den Mainzern kurzerhand zum Austragungsort eines „Most ridiculous dancer“ –Contest umfunktioniert, was die anwesenden Gäste verwunderte und die Teams erfreute. Besonders ragten hier die Begleiter des Herrn Velten heraus, die mit ihrem femininen Tanzstil zu begeistern wussten und von ihrem Teamvater liebevoll „meine Debatunten“ genannt wurde. So gegen vier begann Roman langsam einzuschlafen, was Dominic und Pauline mit Feuerzeugwürfen und groben Schlägen zu verhindern suchten, währen Herr Velten eben dies zwecks Akquirierung des Titels „last team at the bar“ für das Mainzer Teams befördern wollte („Lasst meinen Freund Roman in Ruhe! Roman, willst du ein Kissen?“).

Als um fünf Uhr auch dieses Etablissement schloss und alle drei Teams noch mehr oder weniger auf den Beinen waren, beschlossen wir, uns mit den Mainzern sowohl den Titel als auch ein Taxi zu teilen und uns noch drei Stunden Schlaf bis zur Räumung der Jugendherberge zu gönnen. Es folgten noch ein ausgiebiges Brunch im „La Bohème“ in Jenas Kneipengasse und das Finale, dann die Heimfahrt.

Schön war’s! Wir kommen wieder!!! Und dann wird es kein Erbarmen mehr geben!

Ein Bericht von Roman Kremer

 

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