Ein Streitkultur-Team in Aktion

Ein Streitkultur-Team in Aktion

Vom 22. bis zum 24. November richtete der Debating Club Heidelberg die Baden-Württembergische Meisterschaft 2010 aus. Und wie er sie ausrichtete… Der Club, der im kommenden Juni noch einmal zu sich einlädt, dann aber zur 11. Deutschen Debattiermeisterschaft, schaffte es, dass selbsternannte Berufsnörgler enttäuscht wieder nach hause fahren mussten und die Achte Minute aus Angst vor Anmeldungsstürmen bei der DDM 2011 das Turnier regelrecht Schlechtreden musste ;-) Wir Tübinger können nur hoffen, dass dieser Artikel möglichst ernst genommen wird, sodass wir mit mindestens 6 Teams anreisen können.

Am Freitag gegen 14 Uhr fuhr der Großteil der Tübinger („Streitkultur Eros“ mit Steffen, Simon und Georg, „Streitkultur Dionysos“ mit Stephan, Konrad und Anna und einfach nur „Streitkultur“ mit Iris, Michael und Pierre, Juroren waren Flo, Dominic und Martine) mit 3 Autos gen Heidelberg. Zu unserem Erstaunen lief außer einer kleinen „Startschwierigkeit“ alles reibungslos, so dass wir schon gegen 17 Uhr als einer der ersten Clubs an der Jugendherberge ankamen. Nachdem wir also in Ruhe unsere Zimmer bezogen hatten, gemütlich zu Abend gegessen und unseren vielen Neulingen die letzten Regeltipps und Tricks mit auf den Weg gegeben hatten ging es auf zur ersten Vorrunde in ein wirklich schönes Gymnasium direkt in der Heidelberger Innenstadt. Mir ca. einer Stunde Verspätung begann schließlich die 1. Vorrunde, wobei das nicht weiter störte, da die Heidelberger schon am Freitagabend für Kekse, Obst und Getränke gesorgt hatten und wir uns mit Spekulationen über das ominöse, „im Stau stehende“, Berliner Team und 2 bis kurz vor der Debatte noch fehlende Tübinger Redner die Zeit vertreiben konnten (an dieser Stelle: Danke an die Chefjuroren für eure Geduld!).

Juror Dominic (Mitte) im Finale

Juror Dominic (Mitte) im Finale

Das Thema der 1. Vorrunde lautete: „Brauchen wir Türkischunterricht an allen Schulen?“. Ausklingen konnte der Abend im „Schwimmbadclub“, der nur ca. 5 Gehminuten von der Jugendherberge entfernt war (und jeder, der schon einmal versucht hat zu sehr später Stunde in einer ihm unbekannten Stadt den Heimweg zu finden war darüber mehr als dankbar) und für alle Geschmäcker das Richtige bieten konnte (3 Floors, gemütliche Sofas, beheizte Raucherterasse,…). Bis um 4.00 Uhr früh wurde dort gelacht, getanzt, getrunken und geredet, die wirkliche unermüdlichen durften dank einem sehr, sehr  netten Pförtner ihr letztes Bier in der Lobby der Jugendherberge trinken.

Gefühlt sehr früh ging es dann am nächsten Tag mit der 2. Vorrunde weiter: „Soll die europäische Währungsunion abgeschafft werden?“ war das nicht ganz unkomplizierte Thema. Ohne Pause folgte die 3. Vorrunde: „Sollen Bundesverfassungsrichter künftig vom Volk gewählt werden?“. Für geübte Turniergänger war diese Zeiteinteilung anfangs etwas ungewöhnlich, allerdings bot der Nachmittag, angefangen mit dem Mittagessen (ganz viel Pizza, unter anderem die Spezialität „Preiselbeeren auf Camembert“) anschließender Stadtführung und daran anschließender Kaffeepause (mit frischen, selbstgebackenen Waffeln und Unmengen Kuchen eine tolle Möglichkeit zur Entspannung oder aber Stadterkundung, die auf vielen Turnieren zu kurz kommt.

Das Chefjurorenteam: Mario, Yin, Volker

Volker Tjaden, Mario Dießner und Yin Cai verkündeten den erholten Teilnehmern den Break ins Viertelfinale. Leider verpassten die Tübinger Teams den Einzug ins Viertelfinale sehr knapp, einige durften die Debatten aber als Fraktionsfreie Redner komplettieren: Simon, Anna, Michael, Iris und Steffen redeten zu dem Thema „Soll der NATO-Bündnisfall auf digitale Angriffe ausgeweitet werden?“. Für die Verkündung der Halbfinalisten ließen sich die Chefjuroren viel Zeit und die Teilnehmer warteten gespannt. Abendessen gab es in der Jugendherberge. Diskussionsthema Nummer 1: Werden sich die Heidelberger an ihre Versprechung „Cocktails für Umme“ halten und was ist dran an dem Gerücht, dass auf die Debattanten im „Tomato“ ein Finger-Food-Buffet wartete. Die Freude war groß, als auf die Debattanten tatsächlich jede Menge Gemüsesticks, Frühlingsrollen, Hähnchenflügel, leckere Dips und eine große Auswahl an Cocktails warteten. Um Elf schlug endlich die große Stunde: Die Mainzelmännchen, Mainz Berti, Karlsruhe und das das Münchner Team hatten gebreakt. Simon hatte sich ebenfalls als Freier Redner für das HF qualifiziert, indem er die beste Rede in seinem Raum hielt. Bis morgens um 4 machten die Debattanten die Heidelberger  Innenstadt unsicher.

Streitkultur-Debattant Simon Lehle

Der nächste Tag begann vor allem für die Halbfinalisten recht früh. Pünktlich um 10 waren aber auch die letzten Langschläfer am Finalort angekommen, um das HF zum Thema „Soll der Lohn von Abgeordneten dem Reallohn angepasst werden?“ anzuhören. Nach einer sehr guten und (Gerüchten zufolge eher mäßigen) Debatte wurden die Sieger verkündet: „Mainz Berti“ mit Thore Wojke, Sascha Schenkenberger und Thore Wojke und „München“ mit Lukas Windhager, Almut Gräbsch und Marco Niedermaier, als Fraktionsfreie Redner waren Magnus Schmagold, Andrea Gau und Nikolas Friebe weiter.

Das Finale fand in dem wunderschönen und sehr beeindruckenden Festsaal statt. Debattiert wurde das Thema „Soll die Präimplantationsdiagnostik verboten werden?“ und sowohl die Regierung als auch die Opposition zeigten sich von ihren besten Seiten. Sieger der „BaWü Open“ konnte allerdings nur einer werden und so nahm am Ende München den Titel nach Hause, Magnus Schmagold wurde von der Ehrenjury als bester Redner ausgezeichnet. Über den Titel „Baden-Württembergischer-Meister 2010“ und die Ausrichtung der BaWü 2011 durfte sich dass im Halbfinale gegen Main ausgeschiedene Team aus Karlsruhe freuen.

Insgesamt muss man sagen, dass die Heidelberger Orga, die Heidelberger Helfer und die Heidelberger Unterstützer wirklich beste Arbeit geleistet haben. Vielen, vielen Dank für die tolle Betreuung, die entspannten Helfer und natürlich die vielen Cocktails! Tübingen freut sich jetzt erst recht auf die DDM 2011 und natürlich auf die BaWü 2011 in Karlsruhe!

Von Anna Mattes

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