Die Streitkultur machte sich mit zwei Teams auf in Richtung Wien. Nach mehr als sieben Stunden Zugfahrt, spannenden Diskussionen und belustigt-schockierten Mitfahrerzivilisten kamen wir am Westbahnhof an und liefen Richtung Hotel. Unserem Führer Johnnyboy folgten wir naiv in die falsche Richtung, aßen bei einem Chinesen und setzten den Führer trotz kulinarischem Erfolg ab. Unter neuem Kommando und großem Elan landeten wir zuerst an einer Strandbar und schlussendlich auch im Hotel.

Am nächsten Morgen schwang sich Jonathan wieder zum Alleinherrscher auf und verdonnerte Nikos zum BP-Seminar. Dieser, schon nach sechs Wochen ganz Streitkultur, nutze das Seminar weniger für das Erlernen einer gepflegten Debattenstruktur als für Tangostunden und  „Networking“.

Endlich in Wien

Endlich in Wien

Am Donnerstabend ging es für unsere beiden Teams, Streitkultur Hydra mit Anne und Konrad und Streitkultur Koios mit Jonathan und Nikos, auch endlich mit Debatten los.

In der ersten Vorrunde zur Medikamentenforschung erkannte Streitkultur Hydra zwar den Kern der Debatte nicht, traf ihn dennoch wenigstens halb und schwang sich in einem stark besetzten Raum zu einem respektablen zweiten Platz inklusive Sieg über das Gewinnerteam der Zeitdebatte Münster auf.

Nach der Debatte ging es in einen Heurigen. Also ein Wirtshaus, das eigenen Wein aus diesem Jahr verkauft. Dort gab es ein großes Buffet mit einer noch größeren Schlange und rauen Mengen an frischem und vergorenem Traubensaft.
Jonathan und Konrad, wie immer von krankhaftem Ehrgeiz zerfressen, machten sich relativ früh auf den Nachhauseweg, so blieb es an Anne und Nikos in den verschiedenen dunklen Ecken für Streitkultur die Stellung zu halten.

Streitkultur Koios

Der nächste Tag kam und ging mit vier Debatten. Die wortgewandten Debattanten von Streitkultur Koios schlugen sich tapfer und konnten mehrere Erfolge erringen („Die haben wir gefrühstückt!“)  – bis ihnen der Neandertaler die Moralkeule über den Kopf zog. Ein sehr schlechter Sommer war die Folge.

Streitkultur Hydra

Besser machten es Anne und Konrad, die zum ersten Mal in ihrer Turnierlaufbahn mit der Nazikeule hantieren durften und damit das Klonen eines Neandertalers erfolgreich opponierten.
Nach 4 von 7 Vorrunden war jedoch klar, dass noch mindestens 2 Siege für den Break nötig sind. Konrad der zwar nach jeder Runde siegessicher war, wurde allerdings genauso jedes Mal von unerwartet niedrig gepunkteten Gegnern im nächsten Raum überrascht. In Debatten über Eurobonds, Thomas Bernhard und die Gründung eines kurdischen Staates wurden mit 2. Plätzen zwar respektable Ergebnisse erzielt, diese konnten allerdings nicht die Schmach der Fußballdebatte vom Vortag ausgleichen.
So war es nicht sonderlich überraschend, dadurch natürlich nicht weniger traurig, dass dieses Jahr kein Team der Streitkultur die KO-Runden erreichte.

Schöner Mann

Daher blieb uns umso mehr Zeit die nächsten Runden aus der Zuschauerposition zu genießen. Wir wurden Zeugen, wie die (wieder einmal) in den Vorrunden überragenden Berliner Kai und Flo (wieder einmal) die erste Breakrunde nicht überstanden und die Hamburger Mädels weiterhin jede einzelne Debatte aus der 1. Regierung bestreiten.

Pauline zog ein Jahr nach ihrem Vize-Titel wieder ins Finale ein – wenn auch diesmal als Jurorin. Nachdem sie Marco Witzmann und Valerio Morelli aus München zum Deutschsprachigen Debattiermeister juriert und uns gewohnt bescheiden und zurückhaltend ihre Ziel und Leistungsvorstellungen für die nächste Saison mitgeteilt hatte, ging es nach mehr oder weniger ausgiebigen Verabschiedungen in Richtung Bahnhof.

Es folgten weitere sieben Stunden Zug mit diesmal wenig Debatten aber dafür umso mehr persönlichen Anekdoten und Geschichten – „Ich war jung und brauchte das Geld…“

In Tübingen angekommen, waren wir um einige Geschichten, lustige Fotos und Debattiererfahrungen reicher und freuen uns auf nächstes Jahr.

 

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