Große Reden und viel Selbstreferentielles beim Meth Cup.

Das eine Turnier der Saison, bei dem nicht darüber gemault wurde, wenn irgendwelche alten Debattierriesen noch ein letztes Mal gewinnen wollten, und damit den folgenden Generationen die Titeljagd erschwerten, sondern wo sie willkommen waren. Wo sie erwünscht waren. Ein Turnier, extra gemacht für all jene, die lange und gut debattiert haben und sich im Ruhestand nach dem Kick der 7 Minuten sehnen, der Spannung vor der Themenverkündung und dem Wettstreit der Gedankenmit alten Freunden.

Ursprünglich war der Methusalem Cup geöffnet für alle Altersklassenmit einer Startplatzbevorzugung der Älteren. Vielleicht aus Respekt, vielleicht aus Zeitgründen hatte sich allerdings nur ein nicht-Alumni-Team angemeldet. Die Folge war ein sehr starkes und ausgeglichenes Teilnehmerfeld. Deutsche Meister, Vizemeister und Zeitdebattensieger in rauen Mengen versprachen Debatten auf einem Niveau, wie es sonst höchstens in Finalrunden einer DDM zu sehen ist.

Aus Tübingen waren Lennart, Nikos und Konrad angereist.Lennart zeichnete sich als Organisator und Tabmaster für das Turnier verantwortlich, während Nikos den Jurorenpool stärkte. Konrad trat als Redner in einem Mixedteam mit Sven Hirschfeld aus Heidelberg und Moritz Niehaus aus Jena an. Nicht mehr direkt aus Tübingen, doch so sehr Streitkultur wie kaum jemand anderes, waren die OPD-Gründer Michael Hoppmann und Karsten Stölzgen, die mit Sabrina Göpel (nach Ausfall von Daniel Sommer) als Streitkultur Auxo antraten.

Während das erste Thema „Sollte die Katholische Kirche den Papst von all ihren Mitgliedern direkt wählen lassen?“ noch ein Klassiker des Debattierens war, ging es in der zweiten Runde ans Eingemachte: „Sollten Debattierer nach dem Gewinn ihrer ersten ZEIT DEBATTE nicht mehr als Redner bei einer solchen antreten dürfen?“

Ein spannendes Thema, wenn man bedenkt, dass Redner anwesend waren, deren ZeitdebattenPokale nicht mehr an zwei Händen abzählbar sindund zum Beispiel die Zeitdebatte Mainz diesen Jahres, von einem Deutschen Meister von 2007 gewonnen wurde, der auch beim Methcup anwesend war. In praktisch jedem Raum waren Redner beteiligt, die von der Regierung als das Problem dargestellt wurden. In manchen Räumen wurden Namen genannt, in anderen vorsichtshalber geschwiegen. Sicher sagen kann man allerdings, dass es eines der wenigen Themen war, die auch nach der Debatte noch weiter die Gesprächsrunden beschäftigten.

Nach drei Vorrunden zogen die zwei favorisierten Teams „Vizemeister 2008“ bestehend aus Jan Papsch, Marcel Giersdorf und Lukas Haffert und „Superheroes come to feast“Daniil Pakhomenko, Andrea Gau und Florian Umscheidins Finale ein. Das Finale wurde von drei freien Rednern komplettiert: Sven Hirschfeld, Tom-Michael Hesse und Karsten Stölzgen.

In einer, im Laufe der Zeit immer besser werdenden Debatte über die Verbindung von Presse und Politik/Wirtschaft, setzten sich die Vizemeister 2008 schlussendlich durch. Den Preis für die beste Finalrede teilten sich Lukas Haffert und Karsten Stölzgen. So geht wenigstens ein Preis an die Streitkultur.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass das Turnier eine tolle Sache war und dringend wiederholt werden sollte. Die Tatsache, dass alle Vorrunden geschlossen waren, nahm die aufreibenden Wartezeiten zwischen Debatte und Jurierung weg und ließ mehr Zeit für Gespräche.

Ich hoffe, dass bei der nächsten Ausgabe mehr Nachwuchsredner teilnehmen. Nur beim Meth- Cup hat man heute noch die Möglichkeit so viele verschiedene erfolgreiche Debattierstile zu sehen und die Geschichten und Legenden mit Gesichtern zu verbinden.

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