Traditionen und Traditionsbrüche – Die Anreise

Unsere Töchter der Persephone Sarah John, Thea Nesyba und Iris Reuter

Unsere Töchter der Persephone Sarah John, Thea Nesyba und Iris Reuter

Wie jedes Jahr so auch in diesem: Einer liebgewonnenen Tradition folgend, schickte die Streitkultur auch 2009 die größte Delegation des Turniers auf die Deutsche Debattiermeisterschaft. Vertreten waren als Teams „Streitkultur Persephone“ (Iris Reuter, Thea Nesyba, Sarah John) und „Streitkultur Eros“ (Steffen Jenner, Philipp Stiel, Simon Lehle). Hinzu kamen Pauline Leopold, Christoph Krakowiak, Peter Croonenbroeck und Anna Mattes als Juroren.

Da wir aber nicht an allen Traditionen so sehr hängen wie an dieser, ließen wir uns zu einer schockierenden Neuerung hinreißen: Wir kamen pünktlich! Und nicht nur das, wir waren sogar die ersten überhaupt. Thea uns Steffen gelang die Pionierleistung der frühesten Anreise – sie waren schon 3 Stunden vor Beginn des offiziellen Check-In im Hotel.

Die ganz coolen Streitkulturler ...und Pauline

Die ganz coolen Streitkulturler ...und Pauline

Gewinnmaximierung: Wettsieger werden und trotzdem alles aufhalten – Die erste Vorrunde und der Abend danach

Nach freudiger Begrüßung aller gerngesehenen Gesichter und einer der Bewertungsqualitätssicherung dienenden Eichdebatte begannen in einer nahegelegenen Grund- und Hauptschule (deren Hausmeister an dieser Stelle unbedingt als der sympathischste seiner Art, den wir alle je erlebt haben, erwähnt werden muss!) die Vorrunden.

Das Thema der ersten Debatte der DDM 2009 lautete: „Soll der Zugang zu sozialen Netzwerken im Internet erst ab 18Jahren erlaubt werden?“. Hitzig wurde von der Streitkultur in sechs verschieden Räumen kultiviert gestritten oder juriert.

Nach durchzechten Nächten waren kleine Nickerchen dringend nötig; die Debatten reichten dafür nicht aus
Nach durchzechten Nächten waren kleine Nickerchen dringend nötig; die Debatten reichten dafür nicht aus

Die Hauptjuroren und OPD-Regelkommissionsmitglieder Christoph und Pauline waren dann glücklicherweise doch noch traditionsbewusst und holten die durch die Anreisepünktlichkeit verschenkte Gelegenheit zur Ablaufverzögerung freiwillig-selbstverpflichtet nach. In sardonischer Absicht zeigten sie sich rechnerisch überfordert und gaben fehlerhaft ausgefüllte Laufzettel ab. Leider konnte so nur dem Tabmaster und den Chefjuroren maßgeblich Lebenszeit gestohlen werden, aber immerhin… Feedback gab es verstreut während des abendlichen Poetry-Slams den die Mainzer organisiert hatten. Am gleichen Abend löste Thore Wojke auch sein Versprechen ein, der Streitkultur für ihre unerwartete Rechtzeitigkeit persönlich eine Flasche Tequila zu überreichen. Sich diesem widmend und alte über-clubliche Freundschaften pflegend, verbrachte man den restlichen Abend und die Nacht.

Das gute Gefühl, ein Streitkultur-Mitglied zu sein – Der zweite Tag

Unsere DDM-Delegation mitsamt Fördermitlgiedern. Wir sind wie immer die mit Abstand die Meisten, Tollsten und Be

Unsere DDM-Delegation mitsamt Fördermitlgiedern. Wir sind wie immer die mit Abstand die Meisten, Tollsten und Besten

Am nächsten Tag folgten Debatte zu den Themen „Soll eine Männerquote für Kindergärtner und Grundschullehrer eingeführt werden?“, „Soll der Emissionshandel abgeschafft werden?“, „Sollen die Richter des Europäischen Gerichtshofs vom Europäischen Parlament gewählt werden?“ und zuletzt „Soll der Schießsport geächtet werden?“. Etwas erschöpft nach diesem Marathonpensum wurde sich im Hotel kurz gestylt, um dann als nicht nur größte sondern auch definitiv bestaussehendste Delegation bei der Abendlichen Weinprobe zu erscheinen.

Beim Genuss des herrlichen reinhessischen Rebsafts konnten wir dieses As dann auch gleich grandios ausspielen: Nur um mit der Streitkultur, inklusive aller Fördermitglieder, auf einem Gruppenfoto abgelichtet zu werden, tat Andrea Gau als erste Berlinerin den historischen Schritt, unserem formidablen Verein beizutreten. Aber damit nicht genug, auch Mario Dießner aus Potsdam setzte im Laufe der Turniers endlich die schon länger geplante Unterschrift unter einen Mitgliedschaftsantrag und wird künftig sicher zu einer weiteren Verbesserung unseres Clubs in allen Bereichen beitragen, indem er in gewohnter Manier an ausnahmslos ALLEM hilfreiche Kritik üben wird. Wir freuen uns!

Ach und die Lächerlichsten natürlich auch...

Ach und die Lächerlichsten natürlich auch...

Nachdem die Weinflaschen geleert waren und sich niemand traute das gleiche auch bei den Spucknäpfen zu tun, wurden noch bis tief in die Nacht intensive Gespräche geführt oder wild auf der – insbesondere für Christoph, Patrick Ehmann und Julian Schneider veranstalteten – schwul-lesbischen Party im Keller des Gebäudes getanzt.

Hahaha dumdidum – der dritte Tag

Nach viel Spaß und wenig Schlaf ging es dann Samstag früh mit der letzten Vorrunde zu der Frage „Soll es dem Staat verboten sein, Schulden zu machen?“ weiter. Es folgte die Breakverkündung für die erste K.O.-Runde und damit kurz die Falschmeldung, beide Streitkultur-Teams hätten sich in diese vorgekämpft. Leider musste das revidiert werden, denn nur Team Eros war der Einzug tatsächlich gelungen. Die Enttäuschung des Teams Persephone konnte allerdings ein wenig gemildert werden, da Sarah als freie Rednerin im Achtelfinale sprechend durfte.

Der amtierende Streitkultur-Vorstand

Der amtierende Streitkultur-Vorstand

Dieses begann direkt im Anschluss und debattiert wurde, ob die Berichterstattung über Beschuldigte in einem strafgerichtlichen Verfahren vor einer rechtskräftigen Verurteilung zwingend anonymisiert werden soll. Um die Zeit bis zum Viertelfinale zu überbrücken, folgten ein Quiz und viele äußerst unterhaltsame Filmchen von Thores Rechner. Schließlich ging es weiter, sowohl im Turnierablauf, als auch für das Team Eros, dass sich für die nächste Runde qualifiziert hatte. Zum Thema „Sollen die Theologischen Fakultäten aus den Universitäten verbannt werden?“ wurden sie hier allerdings von Jena – obgleich Clemens Lechner im Streitkultur-T-Shirt antrat – bezwungen. Dennoch schmälerte diese spätabendlich verkündete Nachricht die Feierfreude nicht und fröhlich beging man den Abend in der ‚Alten Patrone’ bei Speise und Musik.

Von Favoritenkillern und furiosen Finalveranstaltungen – Der vierte Tag

Das spannende Finale in der Christuskirche

Das spannende Finale in der Christuskirche

Das Halbfinale fand jedoch auch nicht ohne Beteiligung der Streitkultur statt. Zusammen mit den Fördermitgliedern Gudrun Lux und Tim Richter waren auch vier ordentliche Mitglieder dorthin vorgedrungen: Clemens Lechner für „Jena Bambule“ (Ja genau die, die Eros rausgeworfen haben! Hahaha dumdidum…) Philipp als fraktionsfreier Redner und Pauline und Christoph als Juroren. Über den Dächern von Mainz wurde im Intercity Hotel in zwei spannenden Debatten eine Generalamnestie für illegale Migranten in der EU beantragt. Daraus siegreich gingen Jena und die Magdeburger Favoritenkiller (die nun in drei aufeinander folgenden Debatten nacheinander die Top 3 des Vorrunden-Tabs auf die Plätze verwiesen hatten) hervor.

Bester Redner des Finales der DDM 2009: Philipp Stiel

Bester Redner des Finales der DDM 2009: Philipp Stiel

In der Christuskirche fand nun der krönende Abschluss der ZEIT-Debatten-Serie 2008/09 statt. Das Thema des Finales lautete „20 Jahre deutsche Einheit. Soll der Solidaritätszuschlag abgeschafft werden?“. In einer engen Debatte konnte am Ende Magdeburg die Sensation perfekt machen. Auch das viertplazierte Team der Vorrunden musste sich ihnen geschlagen geben und der Debattierclub Magdeburg wurde – nach diesem Turnierverlauf so verdient wie nur möglich – zum neuen deutschen Meister im Hochschuldebattieren gekürt.

Das Wichtigste und das noch wichtigere – Die Schlussbemerkung

Favoriten-Killer und neue Deutsche Meister Magdeburg

Favoriten-Killer und neue Deutsche Meister Magdeburg

Das Wichtigste aber zum Schluss: Das Finale war ebenso ein Triumph für die Streitkultur: Philipp wurde (nachdem er im vergangenen Jahr den DDG-Nachwuchspreis erhalten hatte) dieses Jahr als bester Finalredner der Deutschen Meisterschaft ausgezeichnet, was noch keinem der Preisträger vor ihm gelungen ist! Wir sind stolz und gratulieren ihm und in diesem Sinn auch uns selbst von Herzen und wüschen uns alles Gute, auf dass für niemanden sonst etwas davon übrig bleibe. :-)

Das Allerwichtigste aber ganz zum Schluss: Der Dank an die Mainzer Organisatoren Thore, Sarah, Daniil und alle ihre Helfer! Es war ein großartiges Turnier mit allem was wichtig ist und noch dazu viel Liebe zum Detail. Vielen Dank für diese denkwürdigen Tage, sie werden uns in allerbester Erinnerung bleiben!

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