Vom 23. bis 25. Oktober fand in Eisenach das alljährliche, traditionsschwangere Altherren/Damen-Turnier statt: Der Masters-Cup. Diese Veranstaltung zeichnet sich – neben den legendären Partys – durch die Besetzung der Rednerplätze mit Alumnis und „alten Hasen“ und der Jurorenplätze durch „junge Wilde“ (also noch aktive Debattanten) aus. Organisiert wurde dieser fröhliche, wenig kompetitive Wettstreit von der Deuts chen Debattiergesellschaft, der Alumnivereinigung der deutschsprachigen Debattierszene.

Die Streitkulturdelegation trat zwar durch den mittelfristigen Ausfall von Volker Tjaden und der sehr kurzfristigen (man erfuhr erst nach diversen Telefonaten auf der Zugfahrt davon) Verhinderung von Anna Mattes geschwächt, aber nicht weniger gut gelaunt an.Am Ende versammelten sich vier reguläre Mitglieder in den Personen von Pauline Leopold, Philipp Stiel, Simon Wolf und Karsten Stölzgen im strukturschwachen aber geschichtsträchtigen Ausrichtungsort. Verstärkung erhielten sie wie fast immer durch die anwesenden Fördermitglieder Gudrun Lux, Tim Richter, Daniel Grotzky und Andrea Gau.Wiedersehens- und Kennenlernfreude angesichts manches vielgehörten aber niegesehenen Namens addierten sich zumindest bei der Streitkulturjugend, also namentlich bei Philipp, der dank seiner Auszeichnung als bester Nachwuchsredner 2008 als Redner teilnehmen durfte und Pauline, die als Jurorin zu Gast war.

Die Juroren des Finales kurz vor der Verkündung des Siegerteams

Nach dem Entschluss der ehrwürdigen Chefjuroren Tim Richter und Daniel Grotzky (ganz recht, alles was Rang und Namen hat ist auch bei uns Fördermitglied J ) hatten sich entschieden, die diesjährigen Themen komplett aus den KO-Runden vergangener Turniere zu entlehnen. So lauteten die Themen der beiden Vorrunden des Freitagabends „Ohne Fleiß kein Preis – Arbeitsniederlegung ist Sabotage!“ (Finale ZEIT-Debatte 2004, Konstanz) und „Ein Herz für den Kapitalismus – Soll der Organhandel dem freien Markt überlassen werden?“(Halbfinale DDM 2007, Bayreuth). Nach inhaltsstarken und vergnüglichen Debatten wurde der Abend im nahen Irish-Pub verbracht und die studentischen Teilnehmer kamen oft bei Getränken und bei Taxifahrten auf den Geschmack einer Veranstaltung, bei der die berufstätigen Teilnehmer die Politik ‚Studenten zahlen nicht, das machen wir für sie’ betrieben.

Der nächste Morgen brachte frühes Frühstück und drei weitere Vorrunden zu den Themen „Soll die deutsche Sprache im Grundgesetz verankert werden?“ (Halbfinale der ZEIT-Debatte 2008, Potsdam), „Sollen Regierungen im Krieg absichtlich lügen dürfen?“ (Finale EUDC 2007) und „Keine Experimente – Ist Fortschritt reine Illusion?“ (Finalthema der ZEIT-Debatte 2002, Greifswald). Nach dem Mittagessen folgte zunächst ein erbarmungsloser (und in seinen Regeln zu komplizierter, als für den überdurchschnittlich Begabten Studenten noch zu verstehender) Würfel-Contest in einer selbst für dieses Turnier der Giganten hochkarätigen Besetzung (Wiebke, Willy und Pauline). Dieser wurde von zwei beinahe genauso furiosen Ereignissen ergänzt: Breakverkündung und Halbfinale. Zur Besonderen Ehre unseres Vereins waren dorthin auch die jurierenden und redenden Voll- und Fördermitglieder Gudrun, Karsten, Tim, Daniel, Andrea und Pauline vorgedrungen. Zu der Frage aus dem Tübinger Halbfinale dieses Jahres „Soll das Fastenbrechen am Ende des Ramadans als bundeseinheitlicher Feiertag eingeführt werden?“ konnten sich wie später verkündet Bernd Hoefer (Kiel), Kai Monheim (Berlin), Lukas Haffert (Münster/ St. Gallen) und – um auch jemanden aus den Reihen der Streitkultur bejubeln zu können – Karsten Stölzgen fürs Finale qualifizieren.

Die strahlenden Sieger (Lukas Haffert und Karsten Stölzgen)


Nach dem Abendbuffet wurde im stimmungsvollen Sängersaal auf der Wartburg eben jenes zu der Frage „Ist Steuerhinterziehung Notwehr?“ ausgetragen. Und kaum zu glauben aber wahr: Alle Beteiligten machten aus einer Steuerdebatte ein mehr als unterhaltsames Event in dem eine Pointe die andere jagte. Insgesamt überzeugten die Delectare-Momente und die inhaltliche Tiefe auf Seiten der Opposition (Lukas und Karsten) aber stärker, sodass beide die Teamwertung für sich entscheiden konnten. Bester Redner und damit Einzelsieger wurde Lukas Haffert. Wir gratulieren herzlich! Pikantes Detail: Karsten und Lukas waren punktgleich nach ihren Reden und es entschied letztlich – wie im Masters-Format vorgesehen – die Wertung in der Kategorie Inhalt. Zitat von Karsten über sich selbst und den Teamsieg im Finale: „Unglaublich, mit was man durchkommt!“.

Nach dem Abstieg von der Wartburg fand sich bald die gesamte feierfreudige Meute im sagenumwobenen Nachtclub Beach im Herzen der Stadt ein um dort nicht nur die lokalen Ü-30er (die laut Julian eher der Kategorie Ü-60 angehörten) von ihren Tanzkünsten zu überzeugen. Diese Überzeugungsarbeit wurde trotz nächtlicher Zeitumstellung bis in die führen Morgenstunden betrieben und wird den SK-Mitgliedern nicht nur wegen der ständigen Frage wer nun eigentlich wessen Geld und Garderobenpfand eingesteckt hatte, sondern auch wegen exzellenter Stimmung im Gedächtnis bleiben. Danke an die DDG und alle jungen und etwas älteren Teilnehmer für diese grandiose Debattierveranstaltung und auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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