Die erste OPD-ZEIT-Debatte der Saison – und damit ihr eigentlicher Auftakt – fand vom 05.-07. Dezember in Potsdam statt und wurde zu einem wirklich denkwürdigen Turnier für die Streitkultur. Schon die Anfahrt stellte eine ungeahnte Herausforderung für unsere Delegation dar: Nach den ersten 50 Metern des Weges wurde schon eine unfreiwillige, fast fünfzehnminütige Pause eingelegt, die in den mangelnden Fähigkeiten unseres (sonst sehr kompetenten) Vorsitzenden im „Berganfahren“ bei 0,03 Grad Steigung begründet lag.

Doch nach einem Fahrerwechsel und mehrere Wegverirrungen schon vor Stuttgart, schafften wir es doch noch heile in die ferne brandenburgische Landeshauptstadt, wo wir nach anderthalb Stunden erfolgloser Suche des Veranstaltungsorts schließlich an einem markanten Punkt von einem Vertreter des Ausrichterclubs abgeholt werden mussten (unser Dank gebührt an dieser Stelle der Service-Leistung des Orga-Teams und Mathieu im Speziellen!).

Entgegen der Gewohnheit hatten wir diesmal damit nicht nur auf uns selbst warten lassen, sondern, da wir auch Iris Reuter, die Tab-Masterin der Turniers, im Gepäck hatten, den ganzen Ablauf verschoben. Daher konnte die erste Vorrunde zum Thema „Soll die Mehrwertsteuer gesenkt werden“ erst gegen 22Uhr beginnen. Auf der Oppositionsseite errang das Team Streitkultur Dionysos (Pauline Leopold, Christoph Krakowiak und der Debattierneuling Felix Schönherr) einen erdrutschartigen Sieg gegen die Regierung aus Karlsruhe, während Anna Mattes und Simon Schulz im Präsidieren und Jurieren brillierten. Der Abend wurde nach einem längeren Spaziergang zur Tankstelle und der darauf folgenden Feststellung, das es auch direkt in der JuHe Versorgungsmöglichkeiten gegeben hätte, in eben jener feucht-fröhlich und äußerst ausdauernd zelebriert. Negativ bleibt Clemens Lechner, die Spaßbremse unter den anwesenden Streitkulturlern, hervorzuheben, der seine punktuelle Demütigung durch den vermeintlichen Anfänger Felix nicht verkraftet hatte und schon gegen Mitternacht frustriert ins Bett ging.

Die zweite Vorrunde am nächsten Morgen stellte die Frage: „Soll die 5%-Hürde bei Kommunalwahlen wiedereingeführt werden?“ und erneut schlug sich das Tübinger Team wacker und siegreich, wenn auch nicht überragend, gegen Magdeburg. Ebenfalls gelang es Felix erneut die Glanzleistung ein Vereins-, ja diesmal sogar ein eigenes Teammitglied nach Rednerpunkten zu überbieten, was aber von Pauline mit Würde getragen und nicht mir unmittelbarem in Bett gehen quittiert wurde. Als freie Redner und Juroren wurde dann zu dem erneut prozentelastigen Thema „Sollen Finanzinvestoren mehr als 50% an Fußballvereinen halten dürfen?“ debattiert. Insgesamt reichte die dionysische Leistung der Tübinger um Christoph, Pauline und Felix als Fraktion ins Viertelfinale zu bringen, was auch Anna Mattes als Jurorin gelang.

In der Debatte „Soll die private Nutzung von Weihnachtsbäumen verboten werden?“ beantragten die drei sodann im Namen Gottes die Verbannung dieses heidnischen Symbols aus allen christlichen Wohnzimmern, sowie den Erhalt öffentlicher Weihnachtsbäume als Mahnmal im Gedenken an die vielen Jahrhunderte verfehlter Götzenverehrung. Mit dem Antrag und den ergänzenden Reden brachten sie den Raum zum Toben, die Zuhörer erst zum Lachen dann zum Weinen vor Lachen. Die Jury war zwar humoristisch, leider aber nicht argumentativ überzeugt, weshalb sich das Team Dionysos zwar aus dem Turnier verabschieden musste, aber stolz sein konnte eine Menge neuer Fans gewonnen zu haben.

Das abendliche mediterrane Weihnachtsessen im Palmenzelt war exquisit. Später wurde dort und auch in der JuHe gefeiert bis in die Morgenstunden, in denen es den vier Tübingern Volker Tjaden, Gudrun Lux, Clemens Lechner und Christoph Krakowiak in verschiedenen Teams, bzw. letzterem fraktionsfrei, zuzujubeln galt. Clemens schaffte es dann auch, mit seinem Zweitverein Jena das Finale zu erreichen, welches er schließlich grandios aber knapp – um nicht zu sagen grandios-knapp – zum Thema „Soll an deutschen Schulen die Sechs-Tage-Woche wiedereingeführt werden?“ gewann. Herzlichen Glückwunsch!

Wir danken den Potsdamern und besonders Mario Dießner für dieses überaus gelungene Turnier mit vielen Höhepunkten, von denen nur einige hier genannt sind. Es hat uns wirklich Spaß gemacht und wir freuen uns sehr, im Januar als Gegenleistung Potsdam und den Rest Debattierdeutschlands bei uns begrüßen zu dürfen!

 

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