Das Tübinger Siegerteam (v.l.n.r.) Verena Schulz, Karen Rehberger und Markus Vergeest

Das Tübinger Siegerteam (v.l.n.r.) Verena Schulz, Karen Rehberger und Markus Vergeest

Fast möchte man sagen, das Mainzer ZEIT-Debatten-Turnier war wie gewohnt ein Höhepunkt der Turnierserie. Da aber das Gewohnte, auf einem so hohen Niveau gewohnt ist und Tübingen ein mehr als herausragendes Turnier mit einem spektakulären Sieg krönen konnte, sollen noch ein paar Worte folgen:

Mit zwei Teams bestehend aus Karen Rehberger, Verena Schulz, Markus Vergeest, sowie Michael Becker, Steffen Jenner, Dominic Hildebrand, und mit insgesamt sechs Juroren, Pauline Leopold, Julia Klein, Christine Fuhrmann, Jonas Zigelli, Roman Kremer und als Chefjuror Bernd Rex stellte die Streitkultur, trotz Schneesturm und Eisglätte, die größte Delegation in Mainz. Dem Quantitativen Superlativ folgten dann auch qualitative Spitzenleistung. In den Vorrunden verpasste das Team Streitkultur II (Dominic, Michael und Steffen) zu den Themen „Soll die Kirchensteuer abgeschafft werden?“, „Sollen Organspender bezahlt werden?“ und „Soll Harry Potter sterben?“ nur knapp den Einzug ins Halbfinale und erreichten in der Gesamtwertung den zehnten Platz bei 21 teilnehmenden Teams. Streitkultur I (Karen, Verena und Markus) erreichten souverän den Break ins Halbfinale und trafen dort auf die erste große Herausforderung, das Team von Heidelberg Debating (Melanie Reißfelder, Max Philipp und Daniel Hund). In einer exzellenten Debatte zu dem Thema „Sollen religiöse Karikaturen verboten werden?“ konnte sich Tübingen als Regierung gegen ein starkes Heidelberger Team durchsetzen.

Auf der Oppositionsseite präsentierte sich den Zuschauern des Finales im Restaurant des Mainzer Landtags ein exzellent aufgelegtes Trio aus Tübingen, gegen die Regierung aus Potsdam (Dirk Arne Heyen, Patrick Roger Schnabel und Farid Schwuchow) zu dem Thema „Soll die industrielle Tierhaltung verboten werden?“. Unsere Tübinger redeten sich trotz des schwierigen Themas – wer tritt schon gerne für Käfighaltung und Legebatterie ein – in die Herzen der Juroren und des Publikums. Nach einer ruhigen aber scharf treffenden Kritik an den Schwächen und Ungenauigkeiten des Antrages durch Karen war der Grundstock für Verena und Markus gelegt, die durch eine charismatisch, brilliante Abschlussrede auf der einen sowie eine von überragendem Sachverstand, Logik und rhetorischer Finesse geprägte Ergänzungsrede auf der anderen Seite keinen Zweifel über das Resultat der Auseinandersetzung offen ließen.

Entsprechend belohnt wurde dieser Auftritt mit dem Sieg für Tübingen, dem Preis des besten Redners von Publikum und Ehrenjury für Verena Schulz sowie der traumhaften, höchsten Rednerbewertung von 63 Punkten für die grandiose Leistung von Markus Vergeest. An dieser Stelle den Gewinnerinnen und dem Gewinner nochmals einen herzlichen Glückwunsch zu diesem Ergebnis.

Höchstleistungen wurden allerdings nicht nur am Pult, sondern auch an der Bar, im Rhein, beim Feiern erbracht. Die Grundvoraussetzung für Spaß legten dabei die Mainzer Organisatoren vom Debattierclub Johannes Gutenberg, die mit Liebe, Einsatz, Einfallsvermögen und organisatorischem Können allen Teilnehmern nicht nur einen schönen Wettkampf, sondern auch ein in jeder Beziehung perfekt gestaltetes Wochenende boten, das alle Debattanten und besonders die Tübinger zu jedem Zeitpunkt begeistert hat. Über eine Weinprobe rheinhessischer Spezialitäten, ein schmackhaftes Buffet mit anschließender Party in der Mainzer Innenstadt und vieles mehr gelang es unseren Freunden aus dem Rheinland alle in den Bann dieses phantastischen, vorbildlichen Turniers zu ziehen.

Fernsehbericht zum Turnier in Mainz mit Verena
2006 Mainz DEBATTIERTURNIER Bericht

Freilich galt es für uns Tübinger nicht nur unserem Namen an der Rostra gerecht zu werden, sondern auch die anderen Tübinger Tugenden unter Beweis zu stellen. In einem heroischen Kampf um den Titel des „Last Team Standing“ errangen Steffen, Michael und Dominic gemeinsam mit einigen Jenensern fast den Titel. In Langstrecke und Sprint (vulgo: frühste Morgenstunde und Menge an Getränken) blieben sie unschlagbar, nur im Wasser hatte Berlin die Nase vorne (wider Vernunft, Strömungen, Schiffahrt und Gesundheit, aber zum Amüsement aller gönnten sich die Berliner bei Schneehöhen bis weit über die Knöchel und eisigen Temperaturen ein Bad im nahegelegenen Rhein).

Alles in Allem erlebte eine der größten Tübinger Delegation aller Zeiten ein großartiges, feines Turnier, das einen großen Triumph mit sich brachte, aber zugleich noch größeren Spaß. Deshalb seid ihr, Liebe Mainzer, für uns die Größten! Vielen Dank! Wir freuen uns auf das nächste Mal!

 

Bericht von Dominic Hildebrand

1 Antwort

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  1. […] haben nun Verena und Jan mit all dem zu tun? Bei Verena ist das einfach. Die Siegerin der Mainzer ZEIT DEBATTE 2006 hat inzwischen an der LMU München über die Rolle der Stimme in der antiken Rhetorik promoviert, […]

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