2 Jahre nach dem DDM-Sieg von Konrad und Lennart holt die Streitkultur auf den Deutschen Meisterschaften mehrere Achtungserfolge und Breaks. Das Turnier dominiert jedoch die BDU.

 

Sonntag Abend: Für einen Moment hält das Delegationsfoto die ganze große Streitkultur-Familie fest. Fein herausgeputzt für den Galaabend.


Darauf zu sehen unsere DDM-Sieger der 1. und 2. Generation: Philipp und Peter, die 2010 die erste Deutsche Meisterschaft für den Verein gewannen und nun für die DDG zurückkehren. Sowie Lennart und Konrad, die 2016 nachlegten und jetzt als Juroren antreten.
Und vielleicht mit Marius und Samuel sowie mit Franzi und Chiara auch die Sieger der 3. und 4 Generation?
Zumindest erstgenannte konnten sich zum Zeitpunkt des Bildes noch Hoffnungen auf die BPS-Titelverteidigung machen.

Rückblende: Seit Samuels Wechsel zur Streitkultur hatten er und Marius als Team zusammengearbeitet. Jetzt, nach vielen gemeinsamen Turnieren, sind sie die stärkste BPS-Fraktion der Streitkultur. Doch auch die restlichen Teams – Titian und Anastasia, Bea und Sven, sowie der Nachwuchs um Franzi und Chiara, Dominik und Joschka – können sich mehr als sehen lassen.
Samt den Juroren Lennart, Konrad, Björn und Melanie ging es mit drei Wagen nach Jena. Mehr oder weniger wilde Verfolgungsjagden inklusive.

Clubinterne Rivalitäten werden heute auf der Autobahn ausgetragen. Mal sehen wie viele Streitkulturler in Jena ankommen. (@Melanzerle)

Die Vorrunden im Schnelldurchlauf: Eine als Vorrundenlocation zugeteilte Schule beherbergt uns wohl mehr oder weniger freiwillig. Drum herum Plattenbauten wie als Mahnmal der DDR-Zeit. Das Hotel ist weit über dem üblichen Turnier-Standard; der Galaabend eher darunter. Temperaturen um die 30 Grad. Die Themen: Filesharing, Gewalt-Präventionsprogramme, Leitkultur, Iran-Deal (danke an Hellseher Lukas bei der Wahl des Dienstag-Themas!), Polyamorie, ethische Dilemmata und illegale Filmaufnahmen vor Gericht. Marius und Samuel marschieren sauber vorneweg. Die restliche Teams erleben die üblichen Höhen und Tiefen- überraschende Siege und enttäuschende Niederlagen.

Auf der Jagd nach dem Topraum: „Streitkultur Ikarus“ mit Samuel und Marius

Die Meeresungeheuer „Skylla & Charybdis“ sind gehandicapt. Man beachte bitte das inverse schwarz-weiß-Teamoutfit.

„Sooo großer Impact“- Chiara beherrscht die Kunst der Extension.

Beim Schach sind die clubinternen Fronten klar verteilt. Und Björn würde wahrscheinlich sogar ohne aufs Brett zu schauen gewinnen.

Ein bis zwei Vorrunden vor dem Ende waren noch alle in Schlagdistanz zum Break- eine starke Leistung insbesondere unserer Einsteiger-Teams! Die Viertelfinal-Verkündung ist dann aber eher ernüchternd: Marius und Samuel breaken auf der einen Seite auf einem starken dritten Platz. Auf der anderen Seite hatten allen anderen die letzte Vorrunde einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Montag:Es fehlt eine Streitkultur“, meint Ehrenjuror Prof. Rosenthal seinem Finalgrußwort- und prompt machen sich ein halbes Dutzend Twitterer daran, die gleiche Pointe zu verfassen. Denn die Streitkultur fehlt nicht nur in Deutschland, sondern auch im DDM-Finale.
Marius und Samuel hatten die undankbare Aufgabe gehabt, ohne großes Hintergrundwissen im Viertelfinale in einer Geschichtsdebatte die Position zu vertreten, sich als DDR 1989 nicht der BRD anzuschließen. Sie schlugen sich gut, scheiterten aber am starken Rebuttal von Münster und Marburg.

Dafür schlägt auf der DDM jetzt die Stunde der BDU: Sie stellt 6 von 16 Viertelfinal-, 2 von 8 Halbfinal- und 2 von 4 Finalteams.
Immerhin kann sich unser Verein damit trösten, dass nicht nur Lennart und Konrad, sondern – in einem seiner ersten Turniere – auch Björn als Juroren gebreakt sind. Und so ist man zumindest noch indirekt über Björn im DaF- und mit Lennart im regulären Finale vertreten.

Knapp 200 Teilnehmer hatte es gegeben. Am Ende werden nur zwei gewinnen.

Das Finale: Es findet in schummrigen Licht unter anderen unter den Augen von Thilo Jung im alten Volksbad statt. Berlin (x2), Münster und Heidelberg stehen sich gegenüber. Das Thema: Wäre eine Welt ohne Religionen besser? Wie so häufig läuft die Debatte auf eine Diskussion darüber hinaus, was Religionen von Ideologien unterscheidet, und ob diese Unterschiede positiv oder negativ sind.

Als die Jury einen 3:2 Split verkündet, geht ein Raunen durch das Publikum. Knapp gewinnt die Eröffnende Opposition um Julian Stastny und Stefan Torges; zusammen mit dem Finalrede-Preis für Christof Kebschull machte er damit das perfekte Turnier für die BDU perfekt.

Julian und Stefan jubeln unter den Augen von Lennart.

Die Streitkultur schaut dafür nach vorne: Die Debattierliga läuft noch und man ist dort noch in Schlagdistanz zu den Berlinern. Und nächstes Jahr ist ja OPD-Saison.