Jan und Philipp nach dem Sieg im Finale - geehrt vom Präsidenten der DDG, Hannes Budelmann

Gleich zu Beginn des Jahres 2010 hatte die Berlin Debating Union einige der besten Redner Deutschlands zu einem eintägigen Neujahrsturnier in die Hauptstadt geladen, das ihrer Punkdebatte am ersten Januarwochenende vorausging. Mit ehemaligen Zeitdebattengewinnern, deutschen Meistern, Nachwuchspreisträgern und weiteren Debattanten führte diese Einladung zu einem wirklich anspruchsvollen Teilnehmerfeld.

Dem Ruf in die Hauptstadt, der 8 Tübinger Debattanten zuteil geworden war, folgte am Ende mit Philipp Stiel zwar nur ein Tübinger, das aber schien genug gewesen zu sein, um am Ende mit einem Tübinger Sieg in der Hauptstadt nach Hause zu fahren. In drei Vorrunden und Finale setzte sich Philipp gemeinsam mit Jan Kastell aus Marburg (das Format ergibt sich durch diese Zählung) in einem hochkarätig besetzten Finale gegen Teams aus Berlin, Mainz und Jena/Magdeburg durch.

Jan und Philipp, die in Kassel gemeinsam Abitur gemacht haben, traten unter dem Teamnamen „Kassel gewinnt“ an, der übrigens nicht auf ein übergroßes Selbstvertrauen der beiden zurückzuführen ist, sondern auf den gleichnamigen Slogan der Kasseler Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2010, der den Gewinn der Stadt alleine durch den Prozess der Bewerbung versinnbildlichen sollte.

Exakt dreieinhalb Jahre nachdem Jan in einem Eiskaffee am Kasseler Köngisplatz Philipp in die Geheimnisse des Debattierens einweihte und ihn davon überzeugte, beim Tübinger Debattierclub vorbeizuschauen, wollten die beiden nun ebenso vom Prozess gewinnen und gemeinsam antreten, schließlich war es ihnen trotz diverser Turnierteilnahmen verwehrt geblieben, sich je in einer Debatte zu begegnen! Während es aber im Falle der Stadt Kassel am Ende bei einem Prozess blieb (bekanntlich ist die Region Essen-Rhein-Ruhr in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europas), konnte das Debattantenteam am Ende des 5. Januars 2010 einen echten Gewinn einstecken.

In einer Finaldebatte, die den bereits in der Vorrunde recht anspruchsvollen Themen (debattiert wurde unter Chefjuror Daniel Hinkeldein unter anderem darüber, ob HIV-Infizierte mit einem Tatoo gekennzeichnet werde müssen) in nichts nachstand, gewannen die beiden in der zweiten Regierung  am Ende durch ihre ernsthafte und inhaltlich mutige Auseinandersetzung über der Frage, ob zu lebenslänglicher Haft Verurteilte alternativ auch die Todesstrafe wählen dürfen sollten.

Dem kleinen Schönheitsfehler eines nur halben Tübinger Sieges nahm sich übrigens unser ehemaliger Vorsitzender und inzwischen Exil-Tübinger Christoph Krakowiak am nächsten Tag persönlich an, in dem er Jan eine Fördermitgliedschaft der Streitkultur anbot, die dieser, bereits am Vorabend bei einem (oder zwei) Bier in Berlin Kreuzberg überzeugt, direkt unterschrieb. Herzlich willkommen in Tübingen!

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