Mit den Campus-Debatten startete die neue größte Turnierserie im deutschen Hochschuldebattieren. Die Streitkultur war der Ausrichter und  an der ersten Titelvergabe zu einem Drittel beteiligt.

Es ist der 2. Dezember 2001: Die Streitkultur ist ein gerade erst gegründeter Verein, der sich noch in der Silcherstube zum Debattieren trifft. OPD steckt noch in den Kinderschuhen. Und trotzdem findet an diesem Tag in Tübingen die erste ZEIT DEBATTE statt. Eine Turnierserie, die die Deutsche Debattierlandschaft für die nächsten 17 Jahre – bis zu ihrem Abschied in Hannover – prägen wird.

Sprung nach vorne zum 2. November 2018: Das nächste Kapitel fängt an. Die Nachfolge-Serie, die neuen Campus-Debatten stehen in den Startlöchern. Und Ausgangspunkt ist wieder: Tübingen.

Mahnend-motivierendes Relikt: Das mutmaßlich letzte Plakat der 1. ZEIT DEBATTE

Jetzt müsste man meinen, dass die Herausforderung für den inzwischen auf rund 160 Mitglieder angewachsenen Verein geringer geworden ist. Das war aber – um mal die Orga-Perspektive einzunehmen – nicht der Fall. Für unseren jungen Vorstand war es ein langer Weg bis zum Turnier, bei dem es immer wieder Rückschläge zu verkraften galt. Umso größer sei der Dank an alle im Verein, die in die Bresche sprangen und ihre Freizeit in das Projekt investierten.

Natürlich lief nicht alles rund: Der rekordverdächtige TNB von den Süddeutschen Meisterschaften wurde nicht wieder erreicht. Die beginnende Erkältungssaison traf Teilnehmer und Ehrenjury. Und – worst case – das Samstagabendessen war zu knapp kalkuliert. All das versuchten wir durch umso mehr Einsatz wieder gut zu machen: mit spontanen Zukäufen, auf die Szene zugeschnittenen Raumnamen und Streitkultur-Plätzchen <3

Die Raumnamen. #gameofbreaks

Schauen wir mal von verschiedenen Perspektiven auf das Turnier:

  • Die Teilnehmer: Sie reichten von Hamburg im Norden (mit vielen Teilnehmern trotz langer Anfahrt), Münster im Westen (im gemieteten Bulli angereist), Jena im Osten, bis zum Gespann der Züricher zusammen mit dem neuen Aargauer-Berufstätigenclub. Ebenfalls dabei: Einige Debattierlegenden, aber auch viele Neueisteiger; und natürlich vier Streitkultur-Teams.
  • Das Helferteam: …war klein. Verzweifelte hin und wieder an dem Spagat zwischen Abwasch, Essen-Holen, Fotografieren, Springen und Runnern. Bekam dies aber dank der stets den Überblick bewahrenden Maria gut hin.
  • Die Themen: Gefängnis-Sanktionen (VR1), SPD-Austritt aus der GroKo (VR2), Hoax-Paper als Wissenschaftskritik (VR3), Wechselkurs nach der Wiedervereinigung (VR4), Talkshows (VR5). Gingen auf das Konto der fleißigen Chefjury um Marius, Marion und Christoph.
  • Das Kulinarische: Snacks und Kartoffelauflauf am Freitag; Frühstücksbuffet im Hotel, Mailänder Gemüse- und Nudelauflauf, Kuchenbuffet sowie Schweinebraten, Schupfnudeln, Sauerkraut und Asia-Speisen am Samstag; Frühstücksbuffet, Sektempfang und selbstbelegte Brötchen am Sonntag.
  • Die Partys: Am Freitag gemütlich mit Pubquiz und Spontan-Getränkeversorgung vom Rewe; am Samstag in größerer Version im Kuckuck.
  • Die Twitter-Front: …war unerfreulich ruhig. Zu viel zu tun für die Tübinger und zu viele Top-Twitterer nicht anwesend.

Das Ganze auch in Foto-Impressionen:

Kommen wir mit dem letzten Foto zum spannenden Teil: dem Break. Um von der neutralen Turnierorga- in die nicht mehr so neutrale Streitkultur-Sicht zu schlüpfen: Es gab viel zu feiern. Bzw. zu singen.

  • Jan (4. im Tab) gelang mit seinem Mixed-Team mit Willy und Sabrina als Erstplatzierte der Halbfinal-Einzug.
  • Ebenso breakten Konrad (5.), Nikos (7.), Samuel G. (8.), Janek (9.) und – nach dessen Ausfall – Joschka und Justus als Freie Redner.
  • Marius, Samuel S., Lennart und Alex breakten außerdem als Juroren.

Nach dem langen Social war der Einstieg in den Sonntag umso schwerer: Bailout-Kredite waren das wenig-müdigkeitsfreundliche Halbfinalthema.

Auch im Halbfinale schon wieder in Form: Jan redet über die Mafia.

Trotzdem erreichten uns in der Herbstsonne vor der neuen Aula gute Nachrichten: Jans Team marschierte auch ins Finale durch; genauso wie Konrad, Nikos und Samuel als Freie Redner.

Schlagen wir für das Finale noch einmal den Bogen zum Anfang: Vor 17 Jahren saß unser Club- und Formatgründer Ansgar Kemmann im ersten ZD-Finale. Und 2018 kehrte er zurück: als Ehrenjuror. Er strich später heraus, dass 2001 noch undenkbar war, was an dem Tag zum ersten Mal möglich wurde: ein Finale im Festsaal der Neuen Aula. (Selbst das Finale der ZD 2017 fand noch im weniger repräsentativen Audimax gegenüber statt)

In den Grußwörtern von Sven, Lennart und Frau Neuhaus (von unserem neuen Sponsor der zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius) wurde dann auch unisono der Bogen nach 2001 geschlagen.

Im Anschluss machten sie die Bühne frei für eines der besten OPD-Finals der vergangenen Jahre: Das Tübingen-Mainz-Heidelberger-Mixed-Team in der Regierung und das Rederei-Team in der Opposition lieferten sich eine faire, emotionale und spannende Debatte zur Klarnamenpflicht im Internet.

Es geht um Bots. Hauptausstoß an Tweets kommt von einer Person mit 3 Twitteraccounts (@Tovefe27)

Am Ende wurden die ersten CD-Glaspokale und -Medaillen vergeben. Und sie blieben – zu einem Teil – in Tübingen:

  • Jans Team konnte sich mit einem knappen Vorsprung in Einzelrednerpunkten gegenüber den Teamkategorien durchsetzen. Sabrina hielt die beste Finalrede.
  • Neben Jan-Gunther und Ruben erhielten Lennart und Samuel die Jurierendenpreise.

Das Finalfoto. v.l.: Jan, Sabrina, Willy, Mareike, Samuel, Anton, Jan-Gunther, Nikos, Christine Neuhaus, Konrad, Christoph, Ansgar Kemmann, Ruben, Jakobus, Marion, Sibylla, Marius, Julius

Am Ende bleibt nur noch eines zu sagen:

Danke an Franzi, Chiara, Anthea, Justus, Lennart, Samuel, Maria, Clara, Hannah, Lukas, Constanze, sowie allen Teilnehmern und Sponsoren für die Mithilfe an diesem Turnier!