Tübingen gewinnt in Tübingen. Auf unserem traditionellem Einsteigerturnier, den Herbstdebatten, holen unsere Einsteiger den Finalsieg, eine halbe „beste Finalrede“ und den „Top of the Tab“.

 

Es ist der Vorabend des 1. Advents. Schnee liegt in Tübingen. Aber Tradition ist Tradition, und deshalb heißt unser Einsteigerturnier wie jedes Jahr „Herbstdebatten“, auch wenn das Klima eher winterlich ist. Bei Minusgraden draußen wird sogar der dröge Brechtbau erstaunlich behaglich.

Um 8:00 beginnt es dort zu wimmeln: Streitkulturler laden Material an, beziehen Räume und bereiten Frühstück vor. Stuttgart, Mainz, Konstanz, Freiburg, ja sogar Zürich- aus dem ganzen Süden sind Teams angereist. Unser Tübinger Nachwuchs ist sogar gleich dreifach vertreten- als „Streitkultur Dionysos“ (Joshua, Björn, Nele), „Streitkultur Aletheia“ (Anthea, Magdalena, Brian) und „Streitkultur Hermes“ (Finn, Chiara, Felix), sowie Sophia, die im Team „Wortsport“ aushilft.

Die Chefjury Jakobus aus Heidelberg und Jan wäre selbst auf einem Topturnier hochkarätig. Die beiden haben sich dann auch Themen überlegt, die über die „klassischen“ Einsteigerthemen hinausgehen:

  • VR1: Sollten alle Kandidaten für den Bundestag zu IQ-Tests gezwungen werden, deren Ergebnisse veröffentlicht werden?
  • VR2: Sollten Sexroboter verboten werden?
  • VR3: Sollten Superhelden ihre Fähigkeiten in den Dienst der UN stellen, statt selbst zu versuchen die Welt zu retten?

Knifflige Aufgaben für die teilnehmenden Teams. Auch unsere Vereinsmitglieder haben derweil fleißig zu tun als Springer, Juroren, Präsidenten und Aufbauhelfer. Wie auf jedem Turnier wird der Zeitplan, den ein anonymer Streitkulturler vorab als „optimistisch im quasisträflichen Bereich“ bezeichnete, nicht eingehalten.

Viele helfende Hände auf den Herbstdebatten (ja, ich weiß, sehr kreative Bildunterschrift)

Und so ist es schon dunkel, als schließlich der Break verkündet wird. Und er enthält gute Nachrichten für Tübingen. „Streitkultur Aletheia“ kann den hohen Erwartungen ihres Teamnamens gerecht werden, mit dem der letzte Turniersieg des Vereins erreicht wurde: Als Zweitplatzierter hinter Konstanz ziehen sie ins Finale ein. Und auch Joshua legt eine starke Leistung hin und wird bester Redner der Vorrunde (oder wie man sagt: „Top of the Tab“). Nachdem Mainz mit ihrem traditionellen „Helau“ vorgelegt hat, gelingt es den Älteren im Club im 2. Anlauf auch, zur Feier des Tages kraftvolle Streitkultur-Gesänge anzustimmen.

Auf diesem 100% authentischen Foto gratuliert Lennart Joshua zum „Top of the Tab“

Anthea, Magdalena und Brian hingegen haben kaum Zeit zum Feiern, denn sie müssen sich schon auf das Finalthema vorbereiten. Als Opposition müssen sie sich gegen ein „Social Credit“-System aussprechen, das soziales Verhalten belohnen und asoziales bestrafen soll. In drei emotionalen Reden schwören die drei das Publikum darauf ein, welch tiefgreifender Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte ein solches System wäre und wie es dem Grundgedanken von Ehrenamt diametral entgegenstünde. Joshua springt ihnen als Freier Redner bei und weist mit einem Seitenhieb auf die anwesenden Nicht-Juristen darauf hin, dass viele Leute schlichtweg keine Zeit für soziales Engagement haben, während andere es als reine Freizeitbeschäftigung ausüben.

„Ihr alle hier im Raum: Stellt euch mal vor, ihr seid nur noch eine Zahl.“

„Ich weiß nicht, ob Currywurstverkauf am Fußballplatz ein sinnvolles Ehrenamt ist.“

Für die Jury ist es eine unheimlich schwierige Debatte. Während die Teilnehmer schon längst Richtung Social im Französischen Viertel abgewandert sind, beratschlagen sie noch so lange, bis uns beinahe die Hausmeister rausschmeißen. Am Ende aber steht ein Ergebnis und wird später am Abend verkündet: Joshua hält zusammen mit Laura aus Zürich die besten Finalrede nach Publikumsentscheid- auch wenn durch Juryvotum der Titel letztlich Laura zugeschrieben wird. Und: Anthea, Magdalena und Brian schaffen den Heimsieg! Und zwar in einer hauchdünnen Entscheidung, bei der letztlich die rhetorischen Fertigkeiten den Unterscheid machten- ein Ergebnis, einer Streitkultur würdig ;)

Die Sieger auf dem Social: „Streitkultur Aletheia“ und Laura aus Zürich.

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