Trainieren statt bewerten, verbessern, statt nur einen Sieger feststellen. Dies war der Anspruch des Coaching Cups in Wuppertal. Eine Idee, geboren aus Hoffnung durch das Train-the-Trainer Projekt und Enttäuschung über die Feedbackbedingungen auf regulären Turnieren, fand nach einer Absage im Vorjahr nun endlich ihre Umsetzung.
Das Prinzip ist relativ einfach: Vor jeder Runde wird einem Team ein Trainer zugeteilt. Noch vor der Themenverkündung bespricht man, was die Ziele der Runde sind und auf was der Trainer sein besonderes Augenmerk richten soll. Danach sieht der Trainer bei der Vorbereitung zu und juriert die Debatte, gemeinsam mit den beiden anderen Trainern. Im Anschluss gibt es eine gemeinsame Punkteverkündung gefolgt von 30-60 Minuten getrenntem Feedback. Genug Zeit also, um das Thema noch einmal durchzusprechen und auf kleine und größere Probleme und deren Lösungsmöglichkeiten hinzuweisen.
Die anwesenden Teams waren zumeist noch recht unerfahren und kamen aus allen Ecken Deutschlands. Dies war einerseits schön, da bei diesem Teams der größte Verbesserungsbedarf besteht und es in vielen Clubs keine erfahrenen Trainer gibt, andererseits schade, da das Turnier sich eigentlich an erfahrenere Debattanten richtet, die kurz vor dem großen Durchbruch stehen. Das ganze System mit extra langen Feedbackzeiten kann seinen Nutzen vor allem dann entfalten, wenn es um eine taktische Analyse der Debatte, um ein besseres Verständnis des Themas oder um Feinheiten in der Teamarbeit geht. All dies sind Dinge, wo es eher um Verstehen, als um Üben geht. Dagegen ist es sehr schwierig in kurzer Zeit das Auftreten oder die Modulation eines Redners  umzukrempeln oder ihm beizubringen mehr Inhalt zu generieren. Nichtsdestotrotz feedbackten die Trainer fleißig und hielten Miniworkshops zu ihren präferierten Themen, worauf das Feedback der Teilnehmer sehr positiv war.
Nach drei Vorrunden folgte direkt das Finale. Ein Team aus Münster traf auf ein jenenser Team mit Tübinger Unterstützung. In einer guten Debatte mussten sich Nora, Tina und Elisa ihren Kontrahenten leider geschlagen geben und Münster zum Sieg gratulieren. Elisa wurde allerdings unter tosendem Applaus zur besten Finalrednerin gewählt.
Alles in allem lässt sich sagen, dass der Coaching Cup ein schönes, mit viel Einsatz organisiertes Turnier war, das gerne wiederholt werden sollte. Aus Trainersicht wurde man sich eine Trennung von Trainer und Juror wünschen, um noch mehr Zeit für das Mitschreiben von Verbesserungsvorschlägen zu haben. Dem könnte allerdings durch die verfügbare Jurorenzahl eine Grenze gesetzt sein.

Für die Streitkultur waren Elisa als Rednerin und Lennart und Konrad als Coaches anwesend.

Weitere Informationen und alle Themen des Turniers findet man auf der Achten Minute: http://www.achteminute.de/20150414/coachen-statt-addieren-das-war-der-coaching-cup-in-wuppertal/

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