Drei Streitkultur-Mitglieder reisten zu den wiederaufgenommenen Glaubens- und Religionsdebatten nach Paderborn- und trafen sich im Finale wieder. Zwei Berichte- aus Redner- und Jurorenperspektive.

 

Bericht 1: Die Macht war mit uns (Vic-Fabienne Schumann)

An diesem Wochenende begab sich – diesmal nur eine vergleichsweise kleine Streitkultur-Delegation- wieder auf eine lange Reise quer durch DE. Wir landeten im wunderschönen winterlich verschneiten Paderborn, um uns zwei spannenden Tagen voller Debatten über Glaube und Religion zu widmen.

Auf dem Turnier waren vor allem erfahrene Redner aus vielen mehr oder weniger entfernten Ecken Deutschlands anzutreffen, was es gerade für einen Ersti gleichzeitig zu einer großen Herausforderung aber natürlich auch einer lehrreichen Erfahrung gemacht hat. Wie es bei einer Gruppe bestehend aus in der Streitkultur bekannten Nerds und Fans auch von außergalaktischen Glaubensrichtungen zu erwarten ist, wurden die Pausen von Gesprächen über eine Galaxie weit weit entfernt dominiert und davon, sich gegenseitig in Trivia Wissen zu überbieten. Am Abend wurden dann auch die Kenntnise über jegliche mehr oder weniger ernst zu nehmenden Interpretationen der StarWars Charaktere, die das Internet so zu bieten hat, erweitert. Zumindest ließ uns das, vom Lachen restlos erschöpft, seelig und erfüllt einschlafen.

Am nächsten Morgen war die Macht auf unserer Seite und ließ sowohl Sven als Juror als auch uns als von der Macht geleiteten Inquisitoren ins Finale breaken. Es war ein sehr schönes und erheiterndes Wochenende und die Reise auf jeden Fall wert.

Lennart und Vic brüten über ihren Finalreden als Eröffnende Opposition

 

 

Bericht 2: Ein Kampf gegen die Müdigkeit- und das schlechte Gedächtnis (Sven Jentzsch)

Jeder von uns hatte seine eigenen Motive, nach Paderborn zu fahren. Für igem-Neuzugang Vic war es willkommene Gelegenheit, weiter im Schnelldurchgang Turniererfahrung zu sammeln. Für Lennart bot sich die Möglichkeit, seine unermüdliche Nachwuchs-Förderung sowie das VDCH-Geschäft zu verbinden und außerdem seinen inneren Troll in Grönemeyer-Song-Rebuttal auszuleben.

Für mich war es aber vor alle ein Kampf gegen mein Erinnerungsvermögen. Vor 2,5 Jahren habe ich beim OWL-Cup on Paderborn mein erstes reguläres Turnier besucht. Und ebenso lang erzählen mir andere Debattierer Details aus dem Turnier (wann sie in welcher Vorrunde gegen wen welche Cases gefahren  und was die Juroren ihnen dafür gegeben haben), während ich mich an gar nichts mehr erinnere.

Immerhin: In der JuHe, auf den Treppen vor der Uni und im Verkündigungs-Raum- immer wieder leuchteten so leichte Flashbacks auf. Besser als gar nichts. Deshalb schon mal als Memo an mein dementes Zukunfts-Ich: Sollte ich es jemals wieder für eine gute Idee halten, nicht direkt anzureisen und um 4:30 für das Turnier aufzustehen- es ist KEINE gute Idee! Mitleidiger Twitter-Zuspruch von der Debattier-Community hin oder her- es juriert sich müde doch ziemlich schwer. Meine anderen Befürchtungen – vor einem sehr kleinen Turnier über den eigenen Glauben – zerstreuten sich dafür schnell: Die Themen waren eine angenehme Abwechslung von dem üblichen Standard; und die Atmosphäre super entspannt.

Das Finale wurde eine Münsteraner-Heidelberger(/Berliner)-Tübinger-Privatsache und Jurorenclashes spielten keine Rolle mehr. Das Highlight: Die dank der optimistisch gebuchten Verbindung im Zug fortgeführte Jurierung. Zugeschaltet per Telefon. Ich weiß bis jetzt nicht, was meine Sitznachbarn dachten, als ich über „OG“, „Sweeps“, „Extensions“ und „Gottesbilder“ redete. Zumindest das ist aber eine Erinnerung, die ich behalten werde.

Blicke in das Finale über Gottesbilder. Vic vor ihrer Rede; Sven unten an der Laptop-Jurierung. René und Tim (Rederei, OG) gewannen.