Alte Hasen und frischgebackene Debattierer zogen gemeinsam zum ProAm nach Heidelberg. Und irgendwie kam einem vieles bekannt vor. Ein kurzer Turnierbericht.

Das Gefühl stellte sich ein, als ich die Füße auf die Schwelle des alten Gymnasiums am Ufer des Neckar setzte: „Hier war ich doch schon mal.“ Im Rückblick konnte ich nicht mehr sagen, ob beim Neckarwiesencup, beim HeidelBÄM oder beim Freundschaftsturnier. So oder so: Es gibt genug Debattierturniere in Heidelberg, um die Stadt, ihre Debattier-Locations, ihre Clubs, ihre Debattierer und natürlich ihren berüchtigten Melonenschnaps gut kennenzulernen.

Einmal erinnert ans letzte Jahr stellte ich außerdem fest: Damals war ich als blutiger Anfänger hier hin gekommen. Niemanden kennend. Andächtig in der Vorbereitungszeit den weisen Worten Lennarts lauschend. Ein Jahr später darf ich selber Erstis nach Heidelberg begleiten. Schaue beim ersten Blick in den Gruppenraum in vertraute Gesichter. Und stehe selber vor der Aufgabe, Fragen zu beantworten und Tipps zu geben.

Melancholisches Fazit: Die Zeit vergeht doch relativ schnell.

Auch wie letztes Jahr: Grinsende und blinzelnde SKler: (v.l.) Moritz, Chiara, Justus, Samuel, Caro, Sven, Benjamin, Franziska, Lennart

Um einmal der überdimensionalen Verwendung des Wortes „ich“ in diesem Artikel entgegenzuwirken- schauen wir mal auf die Fakten: Zwei Tübinger Teams reisten in drei Trossen mal überpünktlich, mal traditionell „last-minute“ an. Social-Media (schlecht oder doch ganz in Ordnung?), Männer(!)rechte und Feminismus sowie Entwicklungshilfe waren die Themen, die auch die Handschrift des guten Samuel trugen. Falafeln zum Mittag, verschobene Zeitpläne- der gute alte Debattieralltag kehrte ein.

Streitkultur-Held des Turniers wurde Benjamin, der als freie Redner in das Mainz-Heidelberger Finale einzog. Justus (als Juror) und Franzi (als Präsidentin) brachten ebenfalls ein bisschen Streitkultur ins Finale und erkoren später die Mainzer zum Sieger einer Debatte über Personenfreizügigkeit.

Auf dem Rückweg spaltete sich unsere Delegation in Partymuffel und -befürworter. Erstgenannte hatten dafür aus ganz anderen Gründen eine spannende Rückfahrt. Aber das ist eine andere Geschichte…