Auf das Berliner Einladungsturnier dürfen auch drei Tübinger. Die verpassen mit ihren Teams aber den Break; dafür gibt es den Berliner Heimsieg.

 

Auch das Debattieren kennt Gästelisten. Und zwar auf dem jährlichen Einladungsturnier. Es lädt ein: Berlin- momentane Hauptstadt des Debatelands, Heimatstatt vegan-vegetarischer Turniere und – laut Uni-Aushang – Schauplatz tiefgründiger Vorträge wie „Über den Zusammenhang von kapitalistischem Arbeitsfetisch und Antisemitismus“.
Eingeladen wurden: u.a. auch SKler- das Team „Ozymandias“ kam, allerdings in getrennten Konstellationen. Marius und Samuel debattierten natürlich im üblichen Gespann; Sven holte sich mit Jan-Gunther aus St. Gallen internationale Erfahrung ins Boot. Es dauerte auch keine paar Minuten, da landete die Streitkultur schon in der ersten Debatte gegeneinander- mit dem deutlich besseren Ende für Marius und Samuel.

Wenn deine Teampartner plötzlich gegenüber von dir sitzen und überlegen, wie sie dich effektiv zerstören.

Vieles läuft auf dem Einladungsturnier anders: kein Power-Pairing, keine Binrooms; dafür durchgehend starke Debatten gegen immer andere Teams. Die Orga ist hervorragend und eingespielt, die Atmosphäre gut, man kennt sich untereinander.
In der starken Konkurrenz vieler Top-Teams verloren Jan und Sven schnell den Anschluss. Marius und Samuel hingegen hielten stark mit: sie meisterten Debatten zu Lebensmittelpreisen in Katastrophengebieten, Review-Verfahren für wiss. Artikel und neuen Identitäten für Straftäter. Erst und ausgerechnet in den beiden geschlossenen Runden am Ende des Tages mussten sie abreißen lassen und verpassten den Break. Den hätten sich eigentlich u.a. die DDM-Sieger von 2009, Hauke und Jonas geholt. Obwohl sie aber die jüngere Debattiergeneration als spätere Drittplatzierte in die Schranken verwiesen, waren sie als Springerteam nicht zum Weiterkommen berechtigt. So formierte sich das Finale aus 2x Berlin, Münster und Göttingen.

Social mit Club Mate an der Spree. Kann man so machen.

Das Göttinger Team hatte sich einen langen Namen gegeben: „Eine Debatte dauert 56 Minuten und am Ende gewinnt Göttingen.“ Mit Rückblick auf die Saison – vor allem die DDM – wäre aber „..und am Ende gewinnt die BDU“ angemessener gewesen. Und so kam es auch dieses Mal am Sonntagvormittag: Berlin holte den Heimsieg in einer Debatte über die Flüchtlingspolitik in Cottbus.
Nach dem Finale hieß in diesem Fall vor dem Finale: Ein paar Stunden später spielte Frankreich gegen Kroatien- und auch hier gewann der Favorit.