Auf zu neuen Ufern (= Manchester)

Ein Monat ohne Turniere? Ein Turnier ohne Streitkultur-Beteiligung? Geht natürlich nicht. Also ist Bea  zum Manchester IV geflogen und fasst euch das Wochenende in einem Bericht zusammen.

 

Was ist entspannender, als direkt nach einer anstrengenden Chemieklausur zum Flughafen zu fahren und zu einem internationalen Debattierturnier zu fliegen?
Ziemlich viel, zum Beispiel Netflix.
Oder schlafen.
Trotzdem entschied ich mich, beim Manchester IV teilzunehmen, was vor allem an meinem wunderbaren Teampartner Jonas – bekannt aus Oxford/Tübingen bei den Jenaer Adventsdebatten – lag.

 

v.l.n.r.: Lioness und Baby Bunny.
Vom gesamten Wochenende existiert bloß dieses wunderbare Selfie von uns vor einem Aldi, dass wir in Manchester gefunden haben.

Die Anreise gestaltete sich ein wenig kompliziert. Zum einen, weil es keinen Direktflug von Stuttgart nach Manchester gab und ich über Dublin fliegen musste, zum anderen hielt dann der Bus, mit dem ich vom Flughafen in die Innenstadt Manchesters wollte, aus mysteriösen Gründen, die immer noch nicht vollständig geklärt wurden, nicht an der Haltestelle. Also stand ich um 22 Uhr am Freitag Abend etwas verloren allein im Flughafen. Die herumlaufenden Menschen ließen mich zu allem Überfluss auch noch sehr an meinen Englischkenntnissen zweifeln, da der lokale Dialekt für mich zunächst unverständlich erschien und mein verzweifeltes Gesicht für sie kein ausreichender Grund war um langsamer zu sprechen.
Wundersamerweise war ich eine Stunde später trotzdem mit Jonas vereint, auf dem Weg zu unserem Crash und gegen 1 Uhr fanden wir es schließlich angemessen schlafen zu gehen.

Der nächste Tag began erst einmal damit, dass wir uns im Wohnheim unseres Crashs verirrten und den Ausgang nicht fanden. Das war jedoch im Gegensatz zu den uns an diesem Tag bevorstehenden anstrengenden 5 Vorrunden noch die kleinere Prüfung. Nach einem Frühstück (das man sich selbst kaufen musste, weil es im Gegensatz zu deutschen bei britischen Turnieren nicht üblich ist, welches beim Turnier zu bekommen) saßen wir pünktlich um 10 Uhr im Ankündigungsraum als pünktlich (!) um 10 Uhr die Ansagen gemacht wurden und wir – ebenfalls für deutsche Verhältnisse ungewöhnlich – einem mindestens fünfminütigem Equity Announcement lauschen durften.
Dann ging es endlich los und als Team „UT Lioness and Baby Bunny“ zerstörten wir natürlich das gesamte Turnier und gewannen eine Runde nach der anderen.
Ende des Berichts.

Das war natürlich nicht der Fall. In der ersten Runde, in der es um amerikanische Charter Schools ging, fanden wir uns mit einem Oxford und einem Kings College Team in einem Raum wieder, was es uns ermöglichte eine sehr schöne Debatte zu hören, aber natürlich keinen Sieg. Auch die zweite Runde zum Thema Social Freezing war sehr schön anzuhören, aber ebenfalls für uns nicht vom Erfolg gekrönt. Danach gab es eine kurze Mittagspause, aber kein Mittagessen. Das mussten wir uns auch wieder selbst besorgen (hoch leben deutsche Debattierturniere, die auch noch einen geringereren Teilnahmebeitrag verlangen).
Die dritte Runde, zu Nord- und Südkorea, war wohl unser Tiefpunkt des Turniers. Beide erschöpft und müde verloren wir abermals. Doch mit Baby Bunny als Teampartner konnte so etwas wie Frustration gar nicht aufkommen (stattdessen regten wir uns über das Thema und unsere Juroren auf) und wir waren sowieso vor allem für den Spaß hier. Zudem kam Jonas auf die glorreiche Idee, einen Energy Drink zu sich zu nehmen und so, voller frischer Energie, liefen die beiden letzten Runden für uns sehr zufriedenstellend, in denen es einmal um Anti-Diskriminierungsgesetze für Religionen und um die Frage, ob man politische Meinungsumfragen abschaffen sollte, ging.

Ich habe irgendwo gelesen, dass ab und zu Bilder innerhalb langer Texte gut sind, um die Aufmerksamkeit der Leser zu gewährleisten. Deshalb ist hier ein Bild vom Flughafen in Manchester.

Besonders beachtlich war beim gesamten Turnier, dass wir teilweise eine Stunde VOR dem Zeitplan waren. Das wurde uns damit erklärt, dass die Juroren Angst vor den Tabmastern hatten und deshalb nie überzogen. Ein interessantes Konzept, das aber in Deutschland keine Anwendung finden wird, da fast alle zu nett dafür sind.

Weil wir am darauffolgenden Tag beide ziemlich früh abreisen mussten, bekamen wir vom restlichen Turnier mit den Outrounds am Sonntag nichts mit, was aber auch nicht besonders tragisch war. Dann konnte ich nämlich wenigstens abends entspannte Dinge tun: lesen, Tee trinken und ganz viel schlafen.

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