Allgemeines
Tim-C. Bartsch, 21.01.2002

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Zitatvorgabe:

Phaedrus, 4.16

Über die Homoerotik:
Es fragte einer: "Welcher Plan schuf denn die Lesben und die Schwulen?" Antwort gab der Greis: "Prometheus wieder, der aus Ton das Volk gemacht hat, das an jedem Schicksalsschlag zerbricht, er hatte jene Körperteile, die man mit dem Kleid schamhaft bedeckt, an einem ganzen Tag gesondert ausgeformt, um sie dann seinen Körpern anzupassen. Da wurde er zum Essen überraschend eingeladen von Dionysos. Und von dem vielen Nektar wurden seine Adern ganz durchtränkt. Spät kam er heim auf schwankendem Fuß. Das Herz schon halb im Schlaf und trunken irrend fügte er das Jungfrauenstück ans Männervolk, die Männerglieder an die Frauen. So kommt es, dass jetzt Leidenschaft verkehrte Lust genießt."


Oh tempora, oh mores!
Oh Zeiten, oh Sitten!


Was sieht der aufrechte Bürger, wenn er in diesem Land, in dieser Welt um sich schaut?
Wenn wir vor unserem kleinen Fenster zur Welt sitzen, sehen wir Kriege, überall auf der Welt, Elend, Hunger, Not überall auf der Welt; wir sehen eine Welt der menschlichen Hybris. Die Grenzen setzt der Mensch sich selbst, alles, was er kann und ihm Spaß macht, ist erlaubt. Er mimt den Schöpfer und spielt an seinen eigenen Lebensgrundlagen herum. Der Mensch konsumiert, wenn er kann, rücksichtslos drauflos. Es war noch nie so einfach Tabus zu brechen und in die Öffentlichkeit zu zerren. Forscher vergreifen sich zuerst an Tieren, der Schritt zum Menschen ist für sie ein kleiner; Talkshows künden vom Verlust des Anstands und der Würde, Schwule dürfen heiraten und vielleicht irgendwann Kinder kriegen, die Jugend degeneriert zusehends und ist nicht nur immer flegelhafter, sondern auch kaum noch in der Lage zu lesen.

Aber Moment! Ist all das etwas neues? Gab es diese Art von Klagegeschrei nicht schon immer? Haben die Alten nicht schon immer die Jugend und die neue Zeit verflucht und den Verfall der Sitten beschrieen? Haben sich die Menschen nicht schon immer mit allem was sie hatten die Köpfe eingeschlagen? Sind die Zeiten wirklich so schlecht?

Ich denke, bis auf die televisionäre Vermittlungsart und das Erzeugen von humpelnden Schafen mit drolligen Namen gab es all das wirklich schon zur genüge in der langen, langen Weltgeschichte. Mit einen Punkt der apokalyptischen Aufzählung möchte ich mich jetzt näher beschäftigen. Die Frage nach der Homosexualität ist, genauso wie Kriege oder Prostitution auch fast so alt ist wie die Menschheit selber. Aber schauen wir uns doch einmal in der Geschichte um:

Wie erging es eigentlich Homosexuellen eigentlich in der Menschheitsgeschichte?
Wenn wir uns mal eine imaginäre historische Beliebtheitsskala für Homosexuelle in der Öffentlichkeit ausmalen, dann können wir das ganze kaum Beliebtheitsskala nennen. Schwule haben, wenn ich das so salopp sagen darf, eigentlich immer in der Geschichte einen auf den Sack gekriegt. Nach anfänglichen Hochzeiten kamen besonders für Schwule dunkle Zeiten. Diese Zeit, in der Schwule in der Öffentlichkeit nicht so gern gesehen waren, dauerte so um die 2000 Jahre. Heute sind wir an einem Punkt, der durch eine nie gekannte Toleranz gegenüber Homosexuellen charakterisiert wird. Aber zurück zum Anfang der Geschichte:

Über die ganz frühe Frühzeit gibt es nicht nur wenige Zeugnisse, sondern auch wenig Hinweise auf homosexuelles Verhalten unter den ersten Menschen. Ganz ausgeschlossen scheint derartiges Verhalten aber nicht zu sein, schaut man bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, so gibt es dort auch, zwar geringe, aber doch vorhandene Neigungen zur gleichgeschlechtlichen Liebe.
Aber wir begeben uns in das Reich der Spekulation.

Zurück zur belegten Tatsachen:
Zeugnisse belegen, dass Homosexualität im ganzen Alten Orient bekannt war und praktiziert wurde. Allgemein bestanden keine moralischen oder religiösen Bedenken gegen Homoerotik und -sexualität. Die Skala der Homosexuellen beginnt also auf einem relativ hohen Niveau.
Das frühe Israel, schon ganz Spielverderber, lehnte per Gesetz gleichgeschlechtlichen Verkehr ab. Sexuelles Verhalten war ein Faktor, durch den es sich von den Nachbarvölkern als Gottesvolk abgrenzen konnte und so eine eigene Identität ohne Schwule schuf.
Im antiken Griechenland dagegen gab es, vorwiegend männliche, Homosexualität in vielen verschiedenen Variationen: im militaristischen Sparta dienten schwule Riten und homoerotische Lebensführung der Erziehung der Jungen, der Motivation und als Bindeglied zwischen den Soldaten, die umso entschlossener kämpften, je intensiver die Bindung zwischen ihnen war (so die spartanische Logik).

In Kreta war Homosexualität mit der Aufnahme des politisch mündigen Mannes in die Volksversammlung verbunden. In Theben war sie verbindendes Merkmal der Elitetruppe "Heilige Schar". Wir sehen es wurde auch in Griechenland reichlich Homosexualität gelebt. Trotzdem galt Homosexualität oder Knabenliebe aus reiner Lust auch unter den alten Griechen als verwerflich und stand unter Bestrafung.
Viele von uns Freunden des Debattierens hatten schon innigen Kontakt zu einem Mann, der ein andere Art von wahrer Liebe unter Männern, besser von Mann zu Jüngling postulierte. Die "platonische" Liebe ist ursprünglich eine asexuelle Männerfreundschaft. Es gibt also erste Anzeichen von Ablehnung der sexuellen Beziehung zwischen Männern. Denn Platon spricht sich für die eheliche Liebe aus und verbietet in seinem Alterswerk "Nomoi" Homosexualität, Prostitution und Selbstbefriedigung. Spießer würde man heute sagen.
Trotzdem lässt sich festhalten dass, im warmen Griechenland Homoerotik also in verschiedenen Formen praktiziert und geduldet wurde.
Auf unserer Skala haben wir ein relativ hohes Niveau halten können, aber erste Abstriche müssen gemacht werden.

Wenn wir jetzt in der Geschichte weiter voranschreiten, sehen wir die Kurve im Sinkflug, denn das Bild von Schwulen ändert sich unter römischem Imperium. Zwar gibt es immer wieder Berichte über ausschweifende Orgien, von denen nur erwähnt sei, das "ausschweifend" hier ein untertreibender Euphemismus ist. Und obwohl Augustus die Homosexualität unter Todesstrafe stellt, gibt es auch unter den Herrschenden immer wieder Beispiele für Homoerotik. So zum Beispiel hat Kaiser Nero zwei Mal gleichgeschlechtlich geheiratet. Trajan oder Commodus waren der Knabenliebe auch nicht abgeneigt. Aber das Sittenverständnis der Römer entsprach nicht ganz dem Schöngeist und der Ästhetik der griechischen Gelehrten. Harte und disziplinierte Männer, die als Soldaten oder Bauern oder Senatoren das Schicksal Roms zum Schicksal der bekannten Welt machten, waren das sittliche Ideal. Und die Sittenwächter hatten nicht nur, aber auch die Schwulen und die Sodomiten und all die anderen obskuren Verfechter der körperlichen Lust im Visier, um den Verfall der Sitten aufzuhalten.
Unter den Römern schwindet auf jeden Fall die öffentliche Toleranz für Homosexualität. Die genannten Ausnahmen bestätigen hier die Regel.

Es geht weiter abwärts auf der nach unten offenen Beliebtheitsskala der Homosexuellen.
Je größer der Einfluss des Christentums wurde, desto restriktiver wurde der Umgang mit Sexualität und vor allem mit der Homosexualität nach außen. Da sind sich Gott, Mose und Paulus zumindest der Bibel nach ziemlich einig: Gleichgeschlechtliche und dazu noch körperliche Liebe ist unmenschlich und wird strengstens bestraft. Stichwort: Sodom und Gomorra... Was dagegen alles hinter den dicken Kirchenmauern vor sich ging, ist zum Teil Spekulation und zum Teil belegte Wahrheit. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.
Im Mittelalter dann rangierten Homosexuelle gleich nach den Hexen ganz oben auf der Hitliste der Inquisitoren. Wer auf Knabenliebe stand, auf den stand der Scheiterhaufen. Wenn wir mal nach der Kurve schauen...

Aber nicht nur der Kirche waren Schwule ein Gräuel. Auch unsere Vorfahren, die Germanen waren wenig tolerant gegenüber Homosexuellen: Sie versenkten "Feiglinge und Weichlinge" kurzerhand in den Sümpfen.
Mit der Aufklärung kam eine Emanzipation in vielen Bereichen und vielen Gruppen, die Todesstrafe ging, die gesellschaftliche Ächtung verlor an Schärfe, blieb aber bestehen.
Um die Jahrhundertwende zum 20sten Jahrhundert regten sich Homosexuelle langsam in der Öffentlichkeit. Forschung über gleichgeschlechtliche Liebe wurde initiiert, Zeitschriften wurden herausgegeben, eine "Befreiung" setzte ein. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ward das junge Glück jäh beschnitten und Homosexuelle wurden wie andere Minderheiten radikal unterdrückt und vielen teilweise in Konzentrationslagern dem menschenfeindlichen Regime zum Opfer. Eine neue, interessante These besagt: Hitler selbst soll, glaubt man dem Buch "Hitlers Geheimnis" (nicht von Guido Knopp, sondern vom Bremer Geschichtsprofessor Lothar Macht), schwul gewesen sein. In wie weit das der Wahrheit entspricht kann ich nicht beurteilen.

Erst in der Befreiungsära der 68er ist durch die "sexuelle Revolution" Homosexualität wieder in der Öffentlichkeit. Von Toleranz ist das Klima jedoch nicht geprägt. 1969 kommt es zu den folgenreichen Straßenschlachten zwischen Schwulen und der New Yorker Polizei in der Christopher-Street.
Seit Ende der 80er schwappt eine Welle von Gesetzen zur Gleichstellung durch die westlich orientierte Welt. Vorreiter waren 1988 die Israelis mit einem Antidiskrimierungsgesetz für Homosexuelle und 1989 folgte Dänemark. Dort wurden zum ersten Mal gleichgeschlechtliche Partnerschaften staatlich beglaubigt. Weitere Länder eiferten diesem Beispiel nach und im Jahre 2000 gibt es nicht nur die sogenannte "Homoehe", sondern auch die Schwulen-Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland.
Was man auch immer davon halten mag, dass Schwule und Lesben heiraten können; damit ist die Homosexualität auf einem vorher unerreichten Level der staatlichen Anerkennung und gesellschaftlicher Toleranz. Von Augustus bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, das noch gar nicht so lange vorbei ist, dauerte die Unterdrückung von Schwulen durch die öffentliche Faust.

Aber warum waren Schwule in der Geschichte so unbeliebt?
Wenn wir uns mit Schwulen auseinandersetzen, treffen wir auf die üblichen Vorurteile: eine komische Ausprache, weiche Handbewegungen und überhaupt ganz softe Eigenschaften. Wenn wir dann Schwule treffen, bestätigen sich in der Regel diese Urteile.
Ich selbst kam bei der Bundeswehr in den Genuss mit einem schwulen Vorgesetzten zusammenzuarbeiten. Ich war nicht, wie Kenner der Szene vermuten könnten, im Sanitätsbereich tätig, wo Heteros eindeutig in der Minderzahl sind, sondern im Offiziersheim und der Vorgesetzte war Koch. Er machte aus seiner Homosexualität keinen Hehl und passte sich den bundischen Ritualen an und las dementsprechend das schwule Gegenstück zum Playboy. Dazu hatte er eine leicht nasale Aussprache, legte Wert auf ein besonderes Äußeres, verfluchte den anstrengenden Sport, hatte ein Brigitte-Abo und machte Window-Colour. Wenn wir uns jetzt den Beschriebenen in einer germanischen Kriegergesellschaft, im ritterlichen Mittelalter oder im bäuerlichen Rom vorstellen, können wir uns in etwa ausmalen, wie das wirken musste.

Nun gut, statt Window-Colour müssten wir wahrscheinlich Sticken oder so etwas als Hobby annehmen, aber ansonsten haben sich Attribute, die Schwule beschreiben, die sich im übrigen weitestgehend mit denen decken, die sich Schwule selbst geben, im Laufe der Jahrhunderte nur gering bis gar nicht geändert.
Aus mehreren Forschungsarbeiten hab ich die meistgenannten zusammengetragen:
So sehen sich Schwule selbst als: Sensibel, schüchtern, leicht verletzlich, empfindlich und/oder sanft. Diese Eigenschaften wurden und werden, ob zu recht sei dahingestellt, eher Frauen zugeordnet. Schwule haben also eine Tendenz zum Weiblichen. Dagegen stehen vermeintlich männliche Attribute wie: selbstbewusst‚ mutig, aggressiv, kämpferisch und ‚dominant' bzw. draufgängerisch. Diese sind im Fremd- und Selbstbild der Schwulen kaum vorhanden. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang von nicht-rollenkonformen Verhalten. Diese "Eigenschaften" sind es zum Teil, die die Ablehnung der Öffentlichkeit hervorriefen.

Das hat sich auch etymologisch (wortgeschichtlichen) niedergeschlagen. Das lateinische Wort für "Verweichlichen" heißt "effeminare". Frauen als weiches Gegenstück zum harten Mann. Männer, die weibliche Rollen übernahmen, das heißt sich mit weiblichen Eigenschaften schmückten, widersprachen den Denk- und Gesellschaftsschemata. Im Theater würde es heißen: Rolle verfehlt! Die Rolle würde neu besetzt oder man bekäme einen neuen Versuch rollenkonform zu agieren. Wenn aber Angehörige des harten Geschlechts nun im wirklichen Leben die Fronten wechselten, hatte die männliche Öffentlichkeit nur Verachtung für sie.

In patriarchalischen Gesellschaften, die vom Mann als Beschützer, Begatter und Bebauer der Felder (=Ernährer) lebten, war kein Platz für weiche und unfruchtbare und lustbetonte Schwule. Dies gilt für die antiken Römer ebenso wie für die späteren Germanen und für weite Teile der europäischen Gesellschaften bis heute.

Die Position der Kirche ist, wie schon angesprochen, nicht gerade schwulenfreundlich. Zwar ist die Homosexualität heute nicht mehr "die Sünde aller Sünden", man hat inzwischen festgestellt, dass es schlimmere Sünden als die Homosexualität gibt. Aber Homosexualität bleibt für die Kirche ein Akt der nicht der Schöpfungsordnung entspricht, demnach ist homosexuelles Handeln objektiv sündhaft. Homosexualität ist eine Anomalie der Schöpfung, die nicht unterstützt werden darf.

Soweit die Stellungnahme. Wie ist sie zu verstehen? Sinn der Sittengestze und der Verbote ist es, positive Werte zu schützen und zu fördern. Für die Kirche bedeutet das, den Schutz der Ehe als Fundament von Familie, Gesellschaft und damit auch der Kirche selbst.
Die Kirche tritt für Werte ein, die die notwendige Grundlage für ihr eigenes Weiterbestehen bilden. So kann man zum Beispiel die Ablehnung der Homoehe durch die Kirche begründen. Die Widersprüche innerhalb der kirchlichen Position auszuloten, überlasse ich den Theologen und ihren berufenen Kritikern.


Wir können festhalten: Schwule wurden also in der Vergangenheit von der Öffentlichkeit nicht geduldet, weil sich nicht der Norm entsprachen.
Eine neue Frage, die sich daran automatisch anschließt, ist die nach den Ursachen des Abweichens von der Norm. Die Frage ist fast so alt, wie das Phänomen selbst. Denn man sucht schon seit der Antike nach einer Erklärung für Homosexualität.
Eine unterhaltsame Erklärung lieferte zum Beispiel der griechisch-stämmige Dichter Pheadrus, der um die erste Jahrtausendwende in Rom lebte:
Es fragte einer: "Welcher Plan schuf denn die Lesben und die Schwulen?" Antwort gab der Greis: "Prometheus wieder, der aus Ton das Volk gemacht hat, das an jedem Schicksalsschlag zerbricht, er hatte jene Körperteile, die man mit dem Kleid schamhaft bedeckt, an einem ganzen Tag gesondert ausgeformt, um sie dann seinen Körpern anzupassen. Da wurde er zum Essen überraschend eingeladen von Dionysos. Und von dem vielen Nektar wurden seine Adern ganz durchtränkt. Spät kam er heim auf schwankendem Fuß. Das Herz schon halb im Schlaf und trunken irrend fügte er das Jungfrauenstück ans Männervolk, die Männerglieder an die Frauen. So kommt es, dass jetzt Leidenschaft verkehrte Lust genießt."
Soweit diese kleine Fabel, in der Homosexualität durch lustige und absolut stramme Götter das Licht der Welt erblickt.


Heute versucht man sich dem Thema wissenschaftlicher zu nähern. Aber eine abschließende Erklärung gibt es nicht. So ist das "Schwulen-Gen" noch nicht gefunden, die Frage nach einer biologischen Veranlagung ist damit ungeklärt. Fest steht in der Wissenschaft aber, dass es sogenannte biologische Präpositionen für Homosexualität gibt. Das heißt, das es gewisse Erbanlagen gibt, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass deren Träger schwul oder lesbisch wird. So werden Zusammenhänge mit dem Hormonspiegel im Mutterleib zur Zeit untersucht, aber auch hier verspricht man sich keine endgültige Lösung der Frage. Es scheint mehrere Ursachen für Homosexualität zu geben. Und damit besteht auch noch weiterhin ein Bedarf nach Ursachenforschung.


Was dagegen feststeht ist, dass es unabhängig von der Kultur, weltweit immer einen bestimmten Prozentsatz homosexueller Männer gibt. Unabhängig vom gesellschaftlichen Umfeld. Die Ermittlung von genauen Zahlen ist auf diesem sehr privaten Gebiet recht schwierig, aber Prozentzahlen von um die 10% des Homosexuellenanteils halten sich beständig seit den 1950ern. Homosexualität ist also ein Fakt, der nicht nur durch die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte belegt wurde.
Die abschließende Frage, die ich mir und uns allen stellen möchte, ist, was wir aus den Fakten für unser Verhalten ableiten. Diese persönliche Frage kann nur jeder für sich beantworten. Ist stelle mir, von meiner heterosexuellen Warte aus, den Umgang mit Homosexualität schwieriger vor, je persönlicher der Bezug ist. Einen schwulen Sohn hat so mancher Vater nicht verwunden. Und ob eine damit verbundene Heirat sein muss, weiß ich auch nicht. Trotzdem halte ich es abschließend mit dem Satz des alten Fritz, nach dem jeder nach seiner Fasson glücklich werden sollte.

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