Freundschaftsdienst

Weil den Heidelbergern für ihr lokales Freundschaftsturnier noch Redner für einen 3. Raum fehlen, springen wir spontan ein. Auftakt für einen netten, erfolgreichen Samstag mit drei Tübingern im Finale.

 

Man kann Jakobus keinen Vorwurf machen: Nicht weniger als 6x drückt er an diesem Samstag Abend auf dem Ablöser- ein vernünftiges Gruppenbild ohne jemanden, der böse dreinschaut oder blinzelt will trotzdem nicht entstehen. Das ist jedoch irgendwie bezeichnend für unseren Verein: Innerhalb eines Tages vier Leute finden, die bereit sind, am Wochenende spontan nach Heidelberg zu fahren? Kein Problem. Aber um 7 Uhr morgens (Was ist das auch für eine Uhrzeit!) pünktlich am Bahnhof erscheinen? Beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Und ein vernünftiges Gruppenfoto? Vergiss es.

Auch unabhängig davon wurde es ein erfolgreicher Samstag. Das Heidelberger Freundschaftsturnier ist in jeglicher Hinsicht etwas für spontane Menschen: Kaum morgens angekommen, wird man mit wildfremden Rednern unterschiedlichen Erfahrungslevels in ein Team gesteckt. Und es bleibt kaum Zeit für ein Hallo, bis es dann auch schon losgeht. Im Laufe des Tages geht es – nur unterbrochen durch ein Falafel-Mittagessen – über eine Luxussteuer für Fleisch, die Besetzung des UN-Menschenrechtsrats und die App „Grindr“. Über die Vorrunden trifft Konrad auf viele alte Bekannte, Justus stellt fest, dass er trotz der Zeit in Budapest nicht eingerostet ist und Charlotte sammelt erste Turniererfahrung.

Am späten Nachmittag fehlt dann ein Lennart, der Streitkultur-Gesänge anstimmt- denn es gibt Grund zu feiern: Als 2., 3. und 5. im Tab erreichen Konrad (im Team), Sven und Justus (als Freie Redner) das Finale.

Nun ist es mit Turnierfinalen ja immer so eine Sache: Der Kaffee wird alle, die Redner merken, wie früh sie doch heute aufgestanden sind- aber die Themen werden jetzt echt kompliziert: „Ist es moralisch richtig, sich selbst zu belügen?“ Irgendwie gelingt es unseren Leuten dann aber doch ganz gut, ihre 7 respektive 3,5 Minuten zu füllen: Konrad weist in der Opposition darauf hin, wie gefährlich es ist, wenn sich Menschen in eine Traumwelt flüchten. Sven schaut sich als 2. Freier Redner an, wie Selbstlügen Mitleid verhindern. Und Justus wagt einen Ausflug in den Radikalkonstruktivismus.

Entspannt im Finale: Konrad mit einer Analyse von Trump…

…und im Zwiegespräch mit dem VDCH-Präsidenten

Sven: „Die größte Selbstlüge ist das Wegschauen.“

Schafft auch, Philosophie mit Humor zu verbinden: Justus

Für Konrads Team gibt es am Ende des Ganzen Grund zum Feiern: Die 5 Heidelberger Juroren sehen sie vor der Regierung und küren sie damit zum Turniersieger. Die beste Finalrede geht an Jakobus – mit vielen Meta-Referenzen an sich selbst belügende Debattierer gespickten – Debattenbeitrag.

„Wahrscheinlich halten sich hundert Prozent der Debattierer für einen überdurchschnittlichen Debattierer.“ Jakobus ist ja für seine konservativen Schätzungen bekannt.  (@der_hilario)

Am Ende des Tages geht es noch mal in die unverschämt gute Heidelberger Mensa und für die einen im Zug nach Tübingen- während die anderen für das Social noch eine (lange) Nacht bleiben.

Heidelberg bei Nacht

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