Rückkehr nach Heidelberg

Nach dem Neckarwiesencup ist vor dem HeidelBÄM. Am Ende des 2. Heidelberger OPD-Turniers innerhalb weniger Monate stehen 2 Halbfinalteilnahmen, die beste Finalrede und eine Menge Spaß.

 

„Die Heidelberg-Saga Teil 1“– so nannte die Deutschsprachige Debattierliga den Neckarwiesencup Ende September in ihrem Blog. Nun stand also der Saga zweiter Teil an. Mit dabei waren wieder – um die Metapher mal etwas überzustrapazieren – die Helden des ersten Teils: Lukas, Lennart und Sven, die als „Streitkultur Aletheia“ den Neckarwiesencup gewinnen konnten und nun als Aletheias mythologischer Bruder „Dolos“ nach Heidelberg zurückkehrten. Außerdem reisten für Tübingen Sabine, Jan und Anna-Maria als „Streitkultur Hermes“; Marius als Chefjuror sowie Samuel und Bea als Juroren an.

Unsere Tübinger Delegation

Die Fahrt nach Heidelberg zeigte einmal mehr, dass es kein optimales Verkehrsmittel gibt: Die Fahrgemeinschaft verzweifelte an einem veralteten Navi und dem Berufsverkehr; und die Bahn hatte die obligatorische 2h-Verspätung. Es folgten wie schon beim Neckarwiesencup ein Willkommenssocial im „Vater Rhein“ und eine für die meisten recht kurze, schlaflose Nacht auf diversen Fußböden von Crash-Unterkünften in ganz Heidelberg.

Entsprechend müde und fast schon traditionell leicht verspätet ging´s dann am Samstagmorgen in den Campus zum Turnier. Dort wurden wir mit den Themen konfrontiert, die Marius und Co. als Chefjuroren für uns ausgeheckt hatten. Da wären: Homöopathische „Medizin“  in der Produktpalette von ratiopharm; religiöse Begründungen politischer Vorhaben; sowie selbstauferlegte Odysseus-Verträge (z.B: „Wenn ich in den nächsten 4 Wochen nicht 10kg abnehme, zahle ich 100€“).

Während „SK Dolos“ relativ verhalten ins Turnier startete, haute „SK Hermes“ eine gute Punktzahl nach der anderen raus. So kam es wie es kommen musste: In der Vorrunde 4 traf man als Erst- und Viertplatzierter aufeinander- ein Tübinger Derby. Nach einem triumphalen Einzug mit „Streitkultur ein Leben lang“-Gesängen lieferten wir uns ein würdiges – um nicht zu sagen episches – Duell um die Frage, ob der deutsche Nationalfeiertag auf den 9. November verlegt werden sollte. Während „Hermes“ aus der Regierung argumentierte, dass der 9. November die deutsche Geschichte in all ihren Höhen (z.B. Mauerfall) und schlimmen Tiefen (z.B. Novemberprogrome) am besten repräsentiere, hielt „Dolos“ dagegen, dass man Feier- und Trauertage nicht unter einen Hut bekommen könnte.

„Einigkeit, Recht und Freiheit hatten wir erst am 3. Oktober.“ Lukas im Tübinger Vorrunden-Duell

Am Ende gewann „Dolos“ mit 245:229 und schaffte so im Gesamtklassement noch den Sprung auf Platz 3. Bis wir aber diese frohe Kunde erfuhren, dauerte es noch ein sehr langes Social, das wir mit einer Menge Stories von Lennart und Co. und dem ein oder anderen Melonenschnaps füllten. Gegen 23:00 gab es dann die Breakverkündung: „SK Hermes“ erreichte als Erstplatzierter das Halbfinale gegen die viertplatzierten Heidelberger; „SK Dolos“ traf als Drittplatzierter auf die zweitplatzierten Münsteraner. Jan (Platz 1), Lennart (Platz 2) und Sabine (Platz 6) schafften es außerdem in die Top-10 der besten Vorrunden-Redner. Last but not least breakten Samuel und der ohnehin gesetzte Marius als Juroren.

Am nächsten Tag startete also die Mission „Tübinger Finale“. Spoiler: Sie scheiterte. In zwei knappen Entscheidungen verloren sowohl „Hermes“ in der Regierung als auch „Dolos“ in der Opposition ihre Debatten zu dem Thema, ob das rechte Buch „Finis Germania“ auf Bestsellerlisten aufgeführt werden sollte oder nicht.

„Streitkultur Hermes“ im Halbfinale

Immerhin: Lennart (als bester Redner im Raum) und Jan (als bester Redner des bisherigen Turniers) schafften den Sprung ins Finale als Fraktionsfreie Redner. Dort hielten beide in bester Manier frei, ohne Notizen zwei Plädoyers dagegen, dem Bundestag ein Selbstauflösungsrecht einzuräumen.

„Früher wurden in solchen Fällen einfach Minderheitsregierungen gebildet- die Älteren unter euch erinnern sich.“ Lennarts Finalrede

Lennarts Rede überzeugte die Zuhörer so sehr, dass sie zur besten des Finals gekürt wurde- was ihm als Preis den sprichwörtlichen Blumenkübel einbrachte. Die eigentliche Debatte gewann Heidelberg gegen Münster und fuhr somit einen Heimsieg ein. An dieser Stelle Glückwunsch und vielen Dank an die Ausrichter für das kurzweilige Turnier!

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