Tübingen gewinnt Zeitdebatte Hanover 2016

Tübinger Delegation auf der ZD Hanover

Am 25. November 2017 ging es für acht Streitkulturmitglieder zur ZEIT-Debatte nach Hannover. Für mich war es nach vier Wochen als Neudebattantin mein erstes Turnier und somit ein großes Abenteuer. Selbst bei der Streitkultur ist es nicht üblich Erstis direkt auf eine ZEIT-Debatte zu schicken, jedoch bin ich sehr froh, dass es die Umstände kurzfristig so ergeben haben. Der berühmte Sprung ins kalte Wasser lief recht behütet ab, da neben recht jungen Mitgliedern des Vereins auch sehr erfahrene Debattanten dabei waren und mir alles mit Engelsgeduld erklärt haben.

Als Streitkultur Xanthippe traten die Erfolgsgaranten Lennart, Konrad und Sabine an, Jan war im Team Exil-Streitkultur Odysseus mit Peter und Anne, Justus begleitete uns als Juror und das Team Streitkultur Zerberus von Benedict und Janek wurde mit mir komplettiert.

Nach unserer sehr langen Anreise mit Auto und Zug am Freitag ging es abends auch schon mit der ersten Vorrunde los. Das erste Zusammentreffen aller Turnierteilnehmer hatte die Atmosphäre eines Familientreffens zu dem ich als Stiefkind zum ersten Mal eingeladen wurde. Was für mich alles neue Gesichter und Namen waren, rief bei anderen Streitkulturlern wahre Freudenschreie und lange Umarmungen hervor. Wie bei jedem guten Familientreffen gab es auch bei der ZEIT-Debatte in Hannover den einen Onkel, den man mehr fürchtet als mag. Schnell wurde mir erklärt welche Redner und welche Teams ich zu fürchten hatte (davon gab es einige) und es ging mit dem Thema: „Sollte die Kronzeugenregelung in Deutschland abgeschafft werden?“ los.

Später führte uns das Social zu einem Pubquiz in eine Bar in der Innenstadt Hannovers und ich hatte mehr oder weniger freiwillig die Gelegenheit meine eigenen neuen Kontakte zu knüpfen. Im U-Bahnnetz von Hannover kann man sich zwar nur sehr schwer verfahren, allerdings habe ich es trotzdem geschafft, alle Mitglieder der Streitkultur auf dem Weg zum Pub zu verlieren.

Am nächsten Morgen stand uns mit vier weiteren Vorrunden ein langer Tag bevor auf den wir mit dem exzellenten und vielfältigen Frühstück im Hostel bestens vorbereitet wurden.

VR 2: „Sollte es gesetzlichen Krankenkassen verboten werden, die Kosten homöopathischer Heilverfahren zu übernehmen?“

VR 3: „Hätte Frankreich nach dem 13. November (Paris-Anschläge) den Notstand nicht ausrufen sollen?“

VR 4: „Es ist 1990: Sollte Kanada den Inuit erlauben, das Recht zum Abschießen von Walrossen zu verkaufen?“

VR 5: „Sollten alle Formen von finanziellen Leistungen (vergünstigte Kredite, Direktzahlungen, Stipendien, etc.), die gezielt Einzelpersonen in Entwicklungsländern, in welchen systematische Benachteiligung von Frauen existieren, nur noch an Frauen vergeben werden?“

Die vier Debatten am Stück empfand ich als sehr anstrengend (da ungewohnt), doch mein Team nutzte das Format OPD voll aus und ging mit einer Menge Spaß von Debatte zu Debatte: Nachdem wir bereits in der ersten Vorrunde den Fraktionsfreien Redner Johannes (Hamburg) zu einem Kriminellen gemacht haben, führte mein Team den Tanz der Analogien fort und bezeichnete einen Juror in Runde Vorrunde vier (ebenfalls mit Hamburg) als altes Walross.

Auf der Party am Samstagabend gab es zwar nur Bier, aber das hat unsere Delegation nicht davon abgehalten, ausgelassen vor und nach dem Break zu tanzen. Gefeiert werden konnte zurecht: Sowohl Streitkultur Xanthippe als auch Jan mit der Exil-Streitkultur Odysseus schafften den Break ins Halbfinale und durften am nächsten Tag nochmal ran. Auch für mich als Anfängerin sprang sowohl im Einzelredner-Tab als auch im Team-Tab eine akzeptable Leistung heraus. Justus hatte den Break als Juror geschafft und durfte wegen dominierender Beteiligung Tübingens in den Halbfinals eines dieser präsidieren.

Die Entscheidungsrunden am Sonntag fanden dann im eindrucksvollen neuen Rathaus der Stadt Hannover statt. Das Halbfinale mit der Frage „Sollte Deutschland Menschen, denen in ihren Heimatländern die Todesstrafe droht, ausliefern, sofern in diesem Rechtstaatlichkeit herrscht?“ wurde in Raum 1 von Exil-Streitkultur Odysseus gegen die Postfaktischen Opas und in Raum 2 von Streitkultur Xanthippe gegen Hamburg Schein und Heilig gewonnen.

Im Finale ging es dann quasi Tübingen gegen Tübingen. Wir konnten also nur gewinnen. Durchgesetzt haben sich als Opposition bei dem Thema „Hätte Angela Merkel nicht für die Bundestagswahl 2017 antreten sollen?“ dann Streitkultur Xanthippe und Lennart gewann den Preis für die beste Einzelrede der Ehrenjury.

Somit ging für die Streitkultur ein erfolgreiches Turnier zu Ende, das vor allem für mich jede Menge neue Erfahrungen bereithielt und so machten wir uns wieder (mit viel Gesang im Auto) auf den Weg in Richtung Süden.

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