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Tübingen gewinnt die DDM 2016

Erstellt von am 15. Juni 2016 mit 0 Kommentaren

6 lange Jahre hat es gedauert, doch jetzt ist der Titel des Deutschssprachigen Debattiermeisters wieder in Tübingen. Konrad und Lennart als Streitkultur Elite&Skandal sicherten sich den langersehnten Titel und veredelten somit ihre bisher äußerst erfolgreiche Debattierlaufbahn. Zusammen mit Sabine, Justus, Florian, Marius und Jan hatten sie sich zu dem, vom DC Heidleberg organisierten, Turnier aufgemacht. Lange lagen die späteren Gewinner hinter Sabine und Marius, die als SK Persephone antraten und fulminante 8 Punkte aus den ersten drei Vorrunden ergattern konnten. In den letzten Vorrunden ließen die Kräfte dann wohl etwas nach, und so verpasste Persephone auf Platz 17 um Haaresbreite den Sprung ins Viertelfinale (Platz 16 breakte). Bei 68 antretende Teams dennoch ein stolzes Ergebnis!

Des weiteren konnte sich Jan als Juror durchsetzen, im Finale war er dann jedoch auf Grund des Clashes nicht dabei. Justus und Flo platzierten sich nach ihrer ersten Saison im Mittelfeld und sammelten mit Sicherheit wichtige Erfahrungen.

Das Finale fand in der Alten Aula der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg statt. Unsere Redner setzten sich aus der Schließenden Opposition zum Thema “Dieses Haus bedauert den hohen Stellenwert von Arbeit für das Selbst- und Fremdbild von Menschen” durch. Das Thema wurde vom Publikum ausgewählt, zur Alternative stand das Thema “Dieses Haus begrüßt den Bedeutungsverlust von ehemals großen Volksparteien zugunsten des Erstarkens von kleineren Parteien.” Die übrigen Teams waren in der Eröffnenden Regierung vom Debattierclub Goethes Faust e.V. aus Frankfurt (Marion Seiche, Sven Schuppener), in der Eröffnenden Opposition von der Rederei e.V. aus Heidelberg (Jakobus Jaspersen, Peter Giertzuch) und in der Schließenden Regierung von der Berlin Debating Union e.V. (Alexander Hans, Pegah Maham). Die Entscheidung traf die studentische Jury, bestehend aus den Chefjuroren Willy Witthaut (Hauptjuror des Finales), Tobias Kube, Barbara Schunicht sowie den Juroren Andreas C. Lazar und Christian Strunck, in einer 3:1:1 gesplitteten Entscheidung.

 Die Finalteams v.l.n.r. Heidelberg, Frankfurt, Lennart und Konrad, Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ehrenjury, bestehend aus Prof. Dr. Dieter W. Heermann (Prorektor der Universität Heidelberg), MdL Muhterem Aras (Präsidentin des baden-württembergischen Landtags, Grüne), MdBLothar Binding (SPD), Regina Bossert (Leiterin der LpB-Außenstelle Heidelberg), Dr. Norbert Lehmann (Magazinleiter und Moderator des ZDF) und Daniel Sommer (Deutsche Debattiergesellschaft e.V.), kürten Lennart zum besten Redner des Finals.

Abschließend darf man voller Stolz sagen, das die Streitkultur Tübingen eine hervorragende Debattiersaison hingelegt hat, jedoch nach Lennart und Konrad auch neue Leistungsträger kommen müssen.

Eines gibt Hoffnung: Nächste Saison ist OPD-Saison!

Alle Themen des Turniers in der Übersicht:

VR1: Dieses Haus bereut den Bologna-Prozess.

Factsheet: Als Bologna-Prozess wird eine auf europaweite Harmonisierung von Studiengängen und -abschlüssen sowie auf internationale Mobilität der Studierenden zielende transnationale Hochschulreform bezeichnet, die auf die Schaffung eines einheitlichen Europäischen Hochschulraums gerichtet ist. Wesentliche Elemente der Harmonisierung sind ein zweistufiges System berufsqualifizierender Studienabschlüsse (typischerweise in der Form von Bachelor und Master), die durchgängige Etablierung des European Credit Transfer System (ECTS), eine vereinheitlichte Qualitätssicherung im Hochschulbereich und eine auf Beschäftigungsfähigkeit (Employability) am Arbeitsmarkt zielende Ausrichtung der Studiengänge.

VR2: DHG Frauen- und Menschenrechtsorganisationen sollten Frauen in oppressiven Staaten nicht zu sexueller Freizügigkeit ermuntern, wenn diese dort unter schwerer Strafe steht.

VR3: DH bedauert die zunehmende Finanzierung von Profisportvereinen durch private Investoren.

VR4: DHW Gated Communities verbieten.

Factsheet: Eine Gated Community beschreibt einen geschlossenen Wohnkomplex mit verschiedenen Arten von Zugangsbeschränkungen. Die Größe von Gated Communites variiert von einzelnen bewachten Appartementblöcken bis hin zu großflächigen Siedlungen mit über 100.000 Einwohnern mit eigenfinanzierter Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten, Gemeinschaftseinrichtungen, Schulen sowie Krankenhäusern, Bürozentren und Arbeitsstätten. Seit den 1970er Jahren ist die Anzahl der geschlossenen Wohngegenden kontinuierlich gestiegen, vor allem in den Ballungszentren Nord- und Südamerikas. Auch in Asien und Europa gibt es seit Beginn des 21. Jahrhunderts diese Art von Wohnform.

VR5: DH begrüßt die Entstehung einer Bewegung, die Übergewicht als Kultur zelebriert. (Fativism: “I’m proud to be fat.”) 

VR6: DH verbietet international den Einsatz autonomer Kampfroboter.

Factsheet: Überall auf der Welt wird zurzeit intensiv an Autonomen Waffensystemen geforscht. Experten gehen einstimmig davon aus, dass es in Zukunft möglich sein wird, autonome Kampfroboter herzustellen. Die für die Bewegung und das Treffen von Entscheidungen notwendigen Algorithmen würden zwar von Menschen programmiert werden; im Einsatz würden die Roboter dann allerdings gemäß den von den Programmierern vorgegeben Parametern eigenständig handeln und entscheiden können. Sie unterlägen keiner Echtzeit-Kontrolle durch einen Menschen.

VR7: In Fällen, in denen ein gesellschaftlich relevanter wissenschaftlicher Nutzen der Forschung eindeutig absehbar ist, erlaubt dieses Haus Forschungsprojekte trotz ethischer Bedenken.

Factsheet: Zahlreiche Länder haben Gesetze erlassen, die die Forschung in bestimmten Bereichen verbieten oder zumindest erheblich erschweren. Dies geschieht unter anderem aus ethischen Bedenken. Beispielsweise ist es in vielen Ländern verboten, embryonale Stammzellen zu Forschungszwecken aus abgetriebenen Embryonen zu gewinnen. Ferner sind Versuche zum Klonen von Menschen oder das Vermengen von Erbinformationen verschiedener Eizellen mit dem Ziel einer Hybrid- oder Chimärenbildung verboten, obwohl all diese Verfahren auf ein erhebliches Heilpotential in der Medizin hoffen lassen. Strikte Restriktionen gibt es auch für die Forschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen oder Tieren, die es kaum möglich machen, solche unter “normalen” Umweltbedingungen zu erproben.

Viertelfinale: DHG in Industriestaaten ist Umverteilung mit dem Ziel einer Einkommens- und Vermögensgleichheit wichtiger als Wirtschaftswachstum.

Halbinale: DH als Mitgliedsstaat der NATO würde allen Einheimischen aus Krisen- und Kriegsgebieten, die NATO-Einsatzkräften über längere Zeit vor Ort geholfen haben, zusammen mit ihren Familien ein unbedingtes und unbefristetes Aufenthaltsrecht gewähren.

Finale: DH bedauert den hohen Stellenwert von Arbeit für das Selbst- und Fremdbild von Menschen.

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