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Der SK-Cup 2016

Erstellt von am 31. Januar 2016 mit 0 Kommentaren

Da es der Debattiersaison 2015/2016 neben der ZEIT DEBATTE Hamburg an großen OPD-Turnieren mangelt, entschloss sich die Streitkultur Tübingen dazu, den traditionell eintägigen SK-Cup zu einem zwei-Tages Turnier auszuweiten. Schon Freitag, den 22.01.16, reisten die allermeisten Teams an, um nach Crash-Unterbringung bei uns Tübingern am folgenden Samstag vier Vorrunden feinstes OPD zu debattieren. Mit 21 Teams und 25 Juroren und Präsidenten ging es nach einem entspannten Frühstück (frische Brötchen!) dann los zur ersten Debatte. Das Chefjurorenpanel um Philipp Stiehl (SK Berlin), Nicolas Friebe (Göttingen) und Tina Rudolph (Jena) hatten sich als Thema:

„Sollten Delinquenten nach Vollstreckung der Todesstrafe als Organspender behandelt werden?“

überlegt. Es sollte aber nicht bei Menschenrechten und dem Wert des Lebens bleiben, nein auch ein Wirtschaftsthema war mit Vorrunde zwei dabei:

„Soll der Welthandel nicht mehr weiter liberalisiert werden?“

Je nach vorhandenem Wissenstand um das Wirtschaftssystem ging man danach mehr oder minder zufrieden zum Mittagessen. Die Mehrheit der Debattierer war überrascht, dass der Effekt, den ein Fehlen von Uhr und Notizen auf die Rede haben, gar nicht sonderlich negativ war. Viele meinten sogar, diese Besonderheit des SK-Cups helfe der Qualität ihrer Reden.

Dies galt es in der dritten Runde mit dem folgenden Thema zu beweisen:

Factsheet: Die genetische Analyse des menschlichen Erbguts ist mittlerweile mit einem einfachen Test relativ kostengünstig möglich (weniger als 1000 Euro). Immer mehr erblich bedingte Gendefekte, potentielle Krankheiten und Veranlagungen lassen sich mit den Tests vorhersagen.

„Sollten Krankenversicherungen zur Behandlung und Prävention ihrer Versicherten genetische Risikoanalysen auch gegen deren Willen erstellen lassen dürfen?“

Naturgemäß stellten sich nach drei Runden Debatte und früh begonnenem Tag rauchende Köpfe und Ermattung ein. Dem wirkte die Orga mit kübelweise Kaffee entgegen. Die letzte Vorrunde stelle klar ein Highlight des Turniers dar. Das Thema ließ keine Debattierwünsche offen und forderte auch die anwesenden erfahrenen Redner:

Factsheet: Die Entführung von Hanns Martin Schleyer, dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), am 5. September 1977 durch die linksextremistische, terroristische Vereinigung Rote Armee Fraktion (RAF) und seine Ermordung am 18. Oktober 1977 waren die zentralen Ereignisse des sogenannten Deutschen Herbstes. Die Terroristen forderten von der von Kanzler Helmut Schmidt geführten Bundesregierung, Schleyer gegen elf inhaftierte RAF-Mitglieder der ersten Generation auszutauschen. Zeitgleich entführten mit der RAF verbündete palästinensische Terroristen das Flugzeug Landshut. Die Bundesregierung weigerte sich, auf die Forderungen der Terroristen einzugehen, und erstürmte das Flugzeug Landshut. Der Versuch von der Familie Schleyer, die Bundesregierung mit einem Eilantrag vor dem BVerfG zu Verhandlungen zu zwingen, scheiterte. Daraufhin erhängten sich drei der RAF-Gefangenen und Schleyer wurde ermordet. 

Es ist das Jahr 1977. Sollte Helmut Schmidt über den Austausch von Schleyer gegen RAF-Mitglieder verhandeln?

Die Runde war vorbei – es konnte zur Breakverkündung; nur wohin? Die ursprüngliche Partylocation hatte der Tübinger Orga kurzfristig abgesagt, ein Albtraum für jeden Turnierverantwortlichen. Wir fanden Zuflucht im „Last Resort“, wo die Breakverkündung dann inmitten des partyfreudigen Tübinger Nachtlebens improvisiert wurde. Das unbeteiligte Publikum klatschte einfach mit als mixed Teams aus Tübingen/Mainz, Mainz/Marburg, Berlin/Marburg/Bamberg und ein Hamburger Team ins Halbfinale einzogen. Bei den Juroren durften sich neben den CJs auch Alexander HillerJule BiefeldPeter GiertzuchPhillip Bender,Jannis LimpergSabrina EffenbergerJan Ehlert sowie Alexander Ropertz über einen Break freuen.

Die Halbinalkonstellationen sahen folgendermaßen aus:

HF1:

Regierung : Nädabinichdagegenichwünschteichmüsstedasnichtvorlesen (Nicolas Eberle, Alexander Labinsky, Sabrina Göpel)

Opposition: Streitkultur Optimus Prime (Lennart Lokstein, Konrad Gütschow, Willy Witthaut)

Fraktionsfreie Redner: Robert EppleTabea DorndorfJakobus Jaspersen

Juroren: Nicolas Friebe (Hauptjuror), Alexander HillerJule BiefeldPeter GiertzuchPhillip Bender; Präsidentin: Martina Svibic

HF2:

Regierung : VDCHaha (Tobias Kube, Florian Umscheid, Nina Holm)

Opposition: Larsi, Nicky und Siby (Sibylla Jenner, Nicolas Garz, Lars Brandt)

Fraktionsfreie Redner: Douglas ReiserJan MichalLennart Benz

Juroren: Tina Rudolph (Hauptjuror), Jannis LimpergSabrina EffenbergerJan Ehlert,Alexander Ropertz; Präsident: Thore Wojke

Zum Thema

V.l.n.r.: Tobias Kube, Nina Holm, Florian Umscheid nach der Siegerehrung

(c) Anna Markus

„Sollte der Parlamentsvorbehalt bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr abgeschafft werden?“

konnten sich VDCHaha und Nädabinichdagegen ichwünschteichmüsstedasnichtvorlesen durchsetzen.
Das Finale fand schließlich in der Alten Anatomie statt. In einem spannenden Wettstreit konnte sich schließlich das Team VDCHaha durchsetzen, Florian Umscheid wurde vom Publikum zum besten Redner gewählt.

Das Finalthema mit aktueller Brisanz lautete: „Soll Deutschland Flüchtlingen und Asylsuchenden die Einreise verweigern, wenn diese die Grenze aus einem sicheren Drittstaat aus übertreten?“

 

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