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Streitkultur siegt auf dem Gutenberg-Cup in Mainz

Die Streitkultur e. V. hat wieder einmal das Unmögliche geschafft. Hat sie ein Turnier gewonnen? Vielleicht. Nur eines ist sicher – niemand sonst schafft es, zweieinhalb Stunden Autofahrt erfolgreich auf vier Stunden zu strecken, ohne sich dabei zu verfahren oder im Stau zu stehen!

Nach der Ankunft in Mainz, wo im Laufe der folgenden zwei Tagen der „Meister der Späße“ gesucht und vielleicht sogar gefunden wurde, begrüßte Willy Witthaut die Streitkultur mit einem donnernden „Helau!“ und brachte sie im Anschluss bei sich unter der Prämisse unter, dass man nach einer möglichst kurzen Nacht mit möglichst wenig Schlaf optimal gegen die anderen Teams vorbereitet sein sollte. Da besonders Konrad Gütschow — den Eingeweihten bekannt als unermüdlicher Selbstoptimierer — die beste Leistungsbereitschaft von allen anstrebte, verzichtete er ganz auf den Schlaf; immer bereit, den Gegner verbal zu vernichten.

In Mainz stießen drei weitere Mitstreiter, Jan Ehlert, Axel Lägler und Nikos Bosse, zu den Reisenden, so dass die beiden Teams Streitkultur Ares und Streitkultur Zelos nun vollständig waren. Der Mainzer Debattierclub Johannes Gutenberg, der eigentliche Meister der Späße – wie sich noch zeigen sollte – bereitete den angereisten Teams ein herzliches Willkommen und begann nach der traditionellen Verspätung mit der Regeleinführung in das uns Tübingern leider vollkommen exotisch anmutende Format OPD (Wer erfindet sowas bloß?). An dieser Stelle ist zur allgemeinen Entwarnung zu sagen, dass der Tübinger Alumni-Vorstand bereits mit der Aufgabe betraut wurde, das Rätsel der Buchstabenkombination zu lösen.

In der nun folgenden ersten Vorrunde wurde debattiert, ob das kleine gallische Dorf, in dem Asterix und Obelix leben, sich den Truppen Caesars ergeben soll. Für die nächste Vorrunde entschieden sich die Hauptjuroren für ein äußerst aktuelles Thema, das in seiner Brisanz sicherlich bald auch im Bundestag debattiert werden wird: „Sollen Hipster, Zombies, FDP-Politiker und gestrandete Aliens in ein gemeinsames Reservat abgeschoben werden?“ Nachdem für diese Frage eine Lösung gefunden wurde, die sicherlich die aktuelle Bundesregierung in nächster Zeit in ihrer Weitsicht beherzigen wird, wurde in der dritten Vorrunde schließlich debattiert, ob Sex olympisch werden soll. Da wir selbst mehrere künftige Olympiasieger in dieser Disziplin vorweisen können, schaffte es das Team Streitkultur Ares (Konrad Gütschow, Nikos Bosse und Lennart Lokstein) an die Spitze der Team-Punkte-Liste und somit direkt ins Halbfinale. Das zweite Team, das leider nicht auf den ersten vier Plätzen der Tabelle stand, verpasste den sogenannten Break aber auch nicht ganz – Jan Ehlert qualifizierte sich über die Einzelrednerpunkte als Freier Redner fürs Halbfinale.

Die Kontrahenten der Tübinger Debattierkunst hatten sich daraufhin offenkundig mit den Mainzer Organisatoren verschworen, um den Tübinger Sieg zu verhindern – anders lässt sich die große Menge an gutschmeckendem und äußerst preiswertem Nervengift nicht erklären, das bei der darauffolgenden Veranstaltung — der sogenannten „Party“ — floss. Mutig trotzten aber auch hier die Tübinger Teams der Herausforderung und ließen sich nicht von ihrer bereits erprobten Strategie, mit so wenig Schlaf wie möglich den Sieg zu erlangen, abbringen.

Die Strategie zahlte sich prompt am nächsten Morgen aus: Das Team Streitkultur Ares und der freie Redner Jan Ehlert redeten in den beiden Halbfinalen zu dem Thema: „Sollen Langzeitarbeitslose zur Energiegewinnung herangezogen werden?“. Offenbar von der Muse der Kreativität geküsst, forderte Konrad Gütschow als erster Redner der Regierung, sie in Halbpflanzen zu verwandeln, die als erneuerbare Solarenergiequellen in der Gesellschaft zu Anerkennung finden sollten. Logisch, dass die Gegenfraktion Mainz Anton in Anbetracht dieser genialen Idee unterliegen musste.

Beim Einzug ins Finale, traf Streitkultur Ares auf das Team Marburg Rotkäppchen und stellte sich in der Opposition der Frage, ob Sauron (der dunkle Herrscher aus Herr der Ringe) die Herrschaft über die USA übernehmen soll. Nach einem kurzen Wortgeplänkel, in dem festgestellt wurde, dass der Chefjuror des Turniers, Nicolas Eberle, dem Alien des gleichnamigen Films in den für eine Präsidentschaft relevanten Disziplinen „Kopf abbeißen“, „Gedärme schlürfen“ und „Eier in die Eingeweide legen“, vermutlich in nichts nachsteht, stand der Sieger des Turniers fest. Wer nach dem Lesen der bisherigen Passagen nun zu Recht davon ausgehen könnte, es handele sich um den Debattierclub aus Marburg, der muss an dieser Stelle leider vertröstet werden: Die Streitkultur Tübingen hat sich in einem fulminanten Wortgefecht den Titel „Meister der Späße“ zum dritten Mal sichern können und startet daher mit 20 Punkten als Tabellenführer in die aktuelle FDL-Saison.

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